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Schlagertexter Bernd Meinunger : Sing mit mir mein kleines Lied

„Man muss schon tapsig viel Glück haben“, sagt Meinunger über seine Karriere. Glück, um zum Beispiel auf einen wie den Komponisten Ralph Siegel zu treffen, der nach „Himbeereis zum Frühstück“ sein kongenialer Partner wurde. Siebzehnmal seit 1978 traten die beiden gemeinsam beim „Eurovision Song Contest“ (ESC) an, die vielen nationalen Vorentscheide, bei denen sie zum Teil kläglich scheiterten, nicht mit eingerechnet. Achtmal kamen sie unter die besten fünf, ihr Sieg 1982 mit „Ein bisschen Frieden“, gesungen von Nicole, ist legendär. Aber auch einige ihrer zweiten Plätze, etwa Katja Ebsteins „Theater“ 1980 und Lena Valaitis’ „Johnny Blue“ ein Jahr später sind wie „Dschinghis Khan“ (Platz vier 1979) deutsches Kulturgut geworden. Erfolgreicher als Siegel/Meinunger war niemand beim Grand Prix.

Doch während Siegel beim ESC stets vor die Kameras und in die Öffentlichkeit drängte, ging Meinunger derweil lieber in der jeweiligen Grand-Prix-Stadt Golf spielen. Golfpartner findet er immer und überall, manchmal werden aus den Golf- sogar Geschäftspartner. Hansi Hinterseer zum Beispiel: Als der einstige österreichische Skirennläufer plötzlich sein Talent für den Schlager entdeckte, war es fast selbstverständlich, dass sein alter Freund ihm die Lieder auf den besonders von Frauen hochverehrten Leib schrieb - mittlerweile fast 100 an der Zahl in 20 Jahren.

Mit den Red River Boys fing alles an

Bernd Meinunger hat für beinahe jeden deutschsprachigen Künstler gearbeitet, der in den vergangenen 40 Jahren in den Hitlisten vertreten war - mit zwei großen Ausnahmen: Udo Jürgens, der sich unter anderem von einem Schulfreund Meinungers, Michael Kunze, die Texte zur Musik reimen lässt, und Howard Carpendale. Den findet der fast Siebzigjährige als Menschen zwar „super sympathisch“, aber „musikalisch unerträglich“. Überhaupt ist Meinunger durchaus konsequent, wenn es um musikalische Freundschaften geht. Für Peter Maffay zum Beispiel hat er bis 1984 fast alle Lieder geschrieben, ist sogar mit ihm auf dem Motorrad mitgefahren, obwohl er es hasste. Peter Maffay sang Meinungers bis heute erfolgreichsten Titel: „So bist Du“ (1979), der damit noch vor „Ein bisschen Frieden“ und „Dschinghis Khan“ rangiert. Irgendwann aber hatte er genug von der vermeintlichen Coolness des Deutschrockers und gab ihm den Laufpass: „So rock’n’roll, wie du meinst, bist du gar nicht“, habe er ihm zum Abschied gesagt.

Alle hatten mit Meinunger zu tun: Peggy March und Peter Alexander, Andrea Berg und Rex Gildo, Stefanie Hertl und die Kastelruther Spatzen, Mireille Mathieu und Vicky Leandros, aber auch nicht besonders talentierte Sänger wie die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft („Mexico, Mexico“). Sogar für Chris Roberts hat er gearbeitet, dessen Lieder er während seines Studiums noch entsetzlich fand. Damals, in den Sechzigern, sang Meinunger nicht nur noch selbst, er komponierte auch. Als Teenager hatte er eine Gitarre geschenkt bekommen, bald schon gründete er erste Bands. Die Red River Boys veröffentlichten damals sogar einen Titel auf Schallplatte: „Drunten am Red River“.

Die Qualität heutiger Schlagertexte ist grauenvoll

Mit Schlager hatte das nichts zu tun, der angehende Volkswirt und halbherzige Achtundsechziger orientierte sich an der Musik, die aus den Vereinigten Staaten kam, und auch ein wenig an den Stimmungen von dort. Er war links, engagierte sich auch im Asta, der damals unter den Studenten beliebte Kommunismus blieb ihm allerdings fremd, auch weil er in der DDR noch Verwandte hatte und deren Nöte kannte.

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