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Wohnungslose im Winter : Zum Schlafen in die Kapsel

Ein Obdachloser sitzt am Abend in der Frankfurter Innenstadt mit seinem Hab und Gut vor einem geschlossenen Laden. Bild: dpa

Minusgrade im Winter sind für Wohnungslose lebensbedrohlich. Die Stadt Ulm versucht mit den „Ulmer Nestern“ Abhilfe zu schaffen und bietet einen sicheren Schlafplatz. Das scheint sich zu bewähren.

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          In der Nacht von Sonntag auf Montag war der Himmel über Ulm sternenklar. Die Temperatur auf dem Münsterplatz sank auf minus 15Grad. Für Wohnungslose kann eine solche Winternacht tödlich sein. Nach Recherchen der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosen“ (BAGW) starben in diesem Winter schon 22 wohnungslose Menschen in der Kälte. In Ulm leben etwa 50 Obdachlose, die nachts eine Unterkunft brauchen. Die meisten suchen die städtischen Übernachtungsangebote auf, einige haben aber große Schwellenängste, sie meiden den Kontakt zu anderen Menschen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Für diese recht kleine Gruppe hat die baden-württembergische Stadt Ende 2019 gemeinsam mit der Agentur „Wilhelmsbüro“ und einem Handwerksbetrieb das „Ulmer Nest“ entworfen: einen Ein-Mann-Schlafcontainer mit Flügeltüren. Die Container sind ungeheizt, aber gut isoliert, haben einen Ventilator zur Luftentfeuchtung, können von innen abgeschlossen werden und sind mit Licht, Temperaturfühler sowie Rauch- und Bewegungsmelder ausgestattet. Wenn ein „Ulmer Nest“ unbelegt ist, leuchtet draußen ein grünes Licht.

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