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Scheidung von „TomKat“ : Was darfst du niemandem erzählen?

  • -Aktualisiert am

Viele Prominente brechen mit der Sekte

Ob das nun der wahre Grund für die Scheidung ist oder nicht - nun kommt vieles in die Öffentlichkeit, was Scientology in einem sehr ungünstigen Licht erscheinen lässt. Die Mischung aus klerikaler Organisation, Motivationsschule und Geheimbund, die 1952 von dem Sci-Fi-Autor Lafayette Ron Hubbard gegründet wurde und inzwischen vor allem in Hollywood hervorragend vernetzt ist, zieht mit ihrer Mission der Selbstverbesserung viele Überehrgeizige und Kontrollfreaks an. Freilich werden die von Scientology praktizierten Techniken zur Erreichung des vollen menschlichen Potentials (durch die „Löschung“ beengender Traumata) nur im Tausch gegen die totale Selbstverpflichtung und beachtliche Geldleistungen zugänglich gemacht. Aussteiger berichten von einem System der totalen Kontrolle, das durch Bespitzelungen und rigorose Abstrafungen aufrechterhalten wird. Sogar Tom Cruise soll, so ein Reporter der „Village Voice“, während seiner Ehe mit Kidman, die der Sekte und ihren Vertretern misstraut habe, durch seinen eigenen persönlichen Assistenten überwacht worden sein.

Dass Holmes die Courage aufbrachte, sich mit einem solchen Verein anzulegen, führen viele darauf zurück, dass zahlreiche prominente Scientologen der Sekte in den vergangenen zehn Jahren öffentlich den Rücken kehrten, darunter Filmautor Paul Haggis, der mit „Million Dollar Baby“ und „Crash“ zwei oscargekrönte Kinofilme schrieb. Die Enkelin von Gründer Hubbard soll Berichten der „Village Voice“ zufolge die Organisation ebenso verlassen haben wie der Vater des derzeitigen Sektenführers David Miscavige und andere ranghohe Sektenmitglieder. Der „Hollywood Reporter“ zitierte eine ehemalige ranghohe Scientologin, die 2010 ausstieg, mit den Worten: „Katie hat Tom überrascht und damit einige der kontrollsüchtigsten Leute auf der Welt ausmanövriert. Das war eine sehr kühne Aktion, aber sie macht damit klar, dass ihr nicht widerfahren wird, was Nicole Kidman widerfahren ist.“

Die Strategie der Sekte im Umgang mit Abtrünnigen ist üblicherweise Diskreditierung. Im Fall von Katie Holmes dürfte das schwierig sein, auch wenn die Klatschseite TMZ.com bereits einen Bericht veröffentlichte, dem zufolge Scientology nichts mit Holmes’ Scheidungsmotiven zu tun habe. Vielmehr sei sie ganz begeistert gewesen von der Sekte; mit der Behauptung, sie wolle ihre Tochter vor Scientology retten, wolle sie nur Cruise weh tun und sich Vorteile im anstehenden Scheidungsverfahren verschaffen, hieß es in der Story, die sich auf Quellen aus „Toms direktem Umfeld“ beruft.

Cruise äußert sich nicht

Cruise selbst, der als Nummer zwei oder drei in der Organisation und enger Vertrauter von David Miscavige gilt (der wiederum Trauzeuge bei der Hochzeit von Holmes und Cruise war), könnte dennoch zum Risiko für Scientology geworden sein. Seine öffentlichen Ausfälle führten 2006 zum Ende seiner Beziehung mit dem langjährigen Studiopartner Paramount, wenngleich sein Star-Status davon offenbar unberührt blieb; eben erst kürte ihn das Wirtschaftsmagazin Forbes zum bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Doch seit 2008 ein peinliches Video auf Youtube auftauchte, in dem Cruise wie manisch über die Vorzüge von Scientology schwadronierte, hat man ihm offenbar nahegelegt, die Sekte in der Öffentlichkeit nicht mehr zur Sprache zu bringen. Cruise vermeidet es seither, sich über Scientology zu äußern.

Doch dank Katie Holmes steht er nun erneut im Zentrum einer Kontroverse um die Sekte, deren Navigation denkbar kompliziert ist. Für den 17. Juli ist eine erste Anhörung zum Scheidungsantrag in New York anberaumt. Cruises Anwalt Bert Fields erklärte gegenüber der BBC, man habe noch keine Entscheidung zur eigenen Taktik getroffen. „Wir lassen zunächst die andere Seite die Medien bespielen, bis alle müde sind, dann werden wir etwas zu sagen haben.“ Der „Hollywood Reporter“ vermutet indes schon jetzt, Katie Holmes könnte zum größten Albtraum in der Geschichte von Scientology werden.

Hinweis vom 10. Juli 2012: Kurz nach Veröffentlichung des Artikels wurde bekannt, dass Tom Cruise und Katie Holmes sich über die Einzelheiten der Scheidung überraschend geeinigt haben.

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