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Gelöschte Twittersalve : Was ist los mit Kanye West?

  • -Aktualisiert am

Kim Kardashian und Kanye West im Februar in Los Angeles Bild: Reuters

Kanye West hat getwittert, dass er sich schon lange von Ehefrau Kim Kardashian scheiden lassen will – und die Tweets später wieder gelöscht. Nicht nur deswegen machen sich seine Fans Sorgen um ihn.

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          Die Ankündigung am amerikanischen Unabhängigkeitstag, bei den Wahlen Anfang November gegen Präsident Donald Trump anzutreten, war wohl nur der Auftakt. Kanye West, Rapper, Designer und Prediger, beunruhigte die Fans in der Nacht zum Mittwoch auch mit Trennungsabsichten. Seit Ehefrau Kim Kardashian sich mit Meek Mill in einem Hotel getroffen habe, twitterte West, versuche er, sich scheiden zu lassen. West, der Kardashian im Mai 2014 geheiratet hat und mit ihr die Kinder North, Saint, Chicago und Psalm großzieht, verwies auf ein Treffen seiner Frau mit dem Sänger vor zwei Jahren, bei dem es um Kardashians Steckenpferd gegangen sein soll, die Reform amerikanischer Gefängnisse. Er behauptet: „Kim hat damals eine Grenze überschritten.“

          Was hinter den Türen der Hotelsuite in Beverly Hills passiert ist, ließ der Grammy-Preisträger offen. Meek Mill, bürgerlich Robert Rihmeek Williams, hatte Kardashian in der Vergangenheit immer wieder eine „Freundin“ genannt. Dass es um die Ehe der Neununddreißigjährigen nicht zum Besten steht, deutete sich zuletzt wiederholt an. So zog Kardashian, um West während des Corona-Lockdowns aus dem Weg zu gehen, in einen Seitenflügel der gemeinsamen Villa in Hidden Hills bei Los Angeles.

          Wie West der Darstellerin der Realityserie „Keeping Up With The Kardashians“ in der jüngsten Twittersalve unterstellte, soll sie nun versucht haben, ihn gegen seinen Willen in eine Nervenklinik zu bringen. Ihre Mutter Kris Jenner, von West in Anspielung auf den nordkoreanischen Machthaber „Kris Jong-un“ genannt, unterstützte sie angeblich dabei. „Das ist nicht das, was eine Ehefrau tun sollte. Das ist weiße Vorherrschaft“, schrieb der 43 Jahre alte Musiker auf Twitter. Zuvor hatte Kardashian wiederholt auf eine bipolare Episode und damit vermeintlich mentale Probleme ihres Manns verwiesen.

          Meek Mill: Seit Ehefrau Kim Kardashian sich mit ihm in einem Hotel getroffen habe, twitterte West, versuche er, sich scheiden zu lassen.
          Meek Mill: Seit Ehefrau Kim Kardashian sich mit ihm in einem Hotel getroffen habe, twitterte West, versuche er, sich scheiden zu lassen. : Bild: dpa

          Nach einem Wahlauftritt in South Carolina, bei dem West am Sonntag behauptete, seine Ehefrau habe ihre älteste Tochter North Ende 2012 abtreiben wollen, war Kardashian in sozialen Medien aber vorübergehend verstummt. Wie amerikanische Medien berichteten, verweigerte West ihr nach dem tränenreichen Auftritt in North Charleston ein Treffen auf seinem Anwesen in Wyoming. Die 10.000 Unterschriften, die West bis Montag sammeln musste, um es für die Präsidentenwahl auf South Carolinas Stimmzettel zu schaffen, blieb er derweil schuldig.

          West, der nach der Scheidung der Eltern bei seiner Mutter, der Englischprofessorin Donda West, in Chicago aufwuchs, gehört mit mehr als 140 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musikern der Vereinigten Staaten. In Titeln wie „I Feel Like That“ und „FML“ deutete er immer wieder Depressionen, Angstzustände und Paranoia an. Vor vier Jahren wurde er in die psychiatrische Abteilung des UCLA Medical Center eingewiesen, nachdem er ein Konzert mit Äußerungen über angebliche Mordkommandos des Rappers Jay-Z abgebrochen hatte. Auf Versuche, den Zwischenfall mit Schlafmangel abzutun, folgte das Bekenntnis, an psychischen Störungen zu leiden.

          Tränenreicher Auftritt: Kanye West am 19. Juli in South Carolina
          Tränenreicher Auftritt: Kanye West am 19. Juli in South Carolina : Bild: Reuters

          Die Liste von Wests Skandalauftritten ist ähnlich lang wie die seiner Grammy-Auszeichnungen. Bei den MTV Video Music Awards 2009 stürmte er die Bühne der Radio City Music Hall in New York, um Taylor Swift während der Dankesrede das Mikrofon zu entreißen. Anfang 2016 verstörte der Rapper die Fans, als er den Comedian, Schauspieler und Sexualstraftäter Bill Cosby bei Twitter für unschuldig erklärte. Ein paar Monate später gab West auch bei einem Besuch im Oval Office eine peinliche Figur ab. Der Musiker, der zu Ehren des damals neugewählten Präsidenten Donald Trump eine rote Kappe mit dessen Slogan „Make America Great Again“ trug, schwadronierte über Schulreformen und afroamerikanische Jugendliche, bevor er Trump ein neues Design für die „Air Force One“ präsentierte. Selbst sein „Held“ Trump schwieg betreten.

          Die eigenen Pläne für einen Umzug ins Weiße Haus soll West inzwischen ebenso plötzlich hinterfragen, wie er sie am Unabhängigkeitstag vor drei Wochen hinausposaunte. „#2020Vision oder vielleicht 2024? Ich schätze, alle Schwarzen sollten für Biden stimmen“, twitterte er in der Nacht zu Mittwoch neben Scheidungsabsichten und Schwiegermutterverrissen. Für die Ankündigung eines Albums hatte er auch noch Energie. „Donda“, benannt nach Wests verstorbener Mutter, erscheint am Freitag – falls dem Rapper bis dahin nicht noch etwas anderes in den Sinn kommt.

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