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Im Gespräch: Penélope Cruz : „Hört niemals auf zu träumen“

Wenn Sie davon träumen, Arzt zu sein, haben Sie größere Chancen, tatsächlich Arzt zu werden, als jemand, der sich etwas anderes oder gar nichts vorstellt. Das glaube ich wirklich. Mit unseren Gedanken tragen wir dazu bei, unsere Zukunft zu gestalten. Natürlich nicht komplett. Das Leben lehrt uns manchmal auch durch schockierende Überraschungen. Aber ich bin überzeugt, dass wir einen Teil mitgestalten. Der Schlüssel ist, nicht mit dem Träumen aufzuhören. So, wie wir das als Kinder oder Teenager getan haben. Wenn man sich dabei ertappt, nicht mehr so zu träumen wie mit zehn oder 15 Jahren, ist das ein Alarmzeichen: Vorsicht! Weil wir auch erträumen müssen, was wir sein wollen, wenn wir 60, 80 oder 100 Jahre alt sind. Selbst wenn wir nicht die totale Kontrolle haben, nicht einmal zur Hälfte. Aber wenn wir jetzt nicht anfangen . . .

Wovon träumt jemand, der so viel erreicht hat wie Sie?

Da gibt es so viel. Weisheit zum Beispiel, Dinge, die wir kennenlernen wollen, sich selbst, das Leben, andere. Das ist eine ewige Suche, auch für mich. Ziele im Job? Erfolg im Beruf? Das ist nur eine Seite des Lebens. Es ist wichtig, sich auch andere Seiten seines Lebens vorzustellen. Ich frage mich manchmal: Wie möchte ich mit 80 sein?

Und?

Alles dreht sich um die Hoffnung, eine gute Gesundheit zu haben. Deshalb lese ich viel über Medizin und Ernährung.

Sie meinen, Sie tun heute schon etwas für Ihre Gesundheit mit 80?

Das ist mein Beitrag dazu. Natürlich liegt es nicht nur an mir. Aber wenn ich nicht daran glaube, habe ich schlechtere Chancen.

Welches Rezept, welchen Trick können Sie mir empfehlen?

Ernährung finde ich wichtig. Ich mache keine Diäten, aber ich versuche, gesunde, biologisch erzeugte Lebensmittel zu mir zu nehmen. Ich esse alles, Paella, Reis, Fleisch, alle Gemüse, Obst, Fisch. Aber man kann sich beibringen, sich jeden Tag ein bisschen besser zu ernähren. Außerdem kein Alkohol und der Versuch, wieder Sport zu machen, also ein gesunder Lebensstil . . .

Schlafen Sie genug?

Nein. Das geht nicht mit zwei kleinen Kindern. Aber das ist okay.

Arbeiten Sie immer noch so wahnsinnig viel? Früher haben Sie sich fast als Workaholic beschrieben.

Nein. Ich arbeite viel, weil man arbeiten muss und weil man Dinge zu tun hat, selbst wenn man wie ich nur noch zwei Filme pro Jahr dreht. Ich habe andere Verpflichtungen und Verträge, über die ich sehr froh bin, Designaufträge für verschiedene Firmen, die inzwischen wie ein zweiter Beruf für mich sind, wo ich lerne und wachse. Ich verantworte zum Beispiel mit meiner Schwester die Linie „L’Agent“ für „Agent Provocateur“.

Cruz über ihren Arbeitskollegen Ben Stiller: „Am Ende des Tages sind alle erschöpft - aber er sieht aus wie morgens früh um acht“
Cruz über ihren Arbeitskollegen Ben Stiller: „Am Ende des Tages sind alle erschöpft - aber er sieht aus wie morgens früh um acht“ : Bild: AP

Was Ihre Rolle als Ex-Bademoden-Model noch lustiger macht.

Wir haben neuerdings tatsächlich Bademoden in unserer Kollektion.

Wie geht das alles mit zwei kleinen Kindern?

Meine Familie hat Priorität. Ich erziehe meine Kinder, also braucht das die meiste Zeit. Aber es gibt Zeiten, in denen ich arbeite. Der „Zoolander“-Dreh hat drei Monate gedauert.

So lange sind Sie dann weg?

Nein. Wir bleiben alle zusammen. Mein Mann und ich wechseln uns ab. Wir waren für die Dreharbeiten gemeinsam in Rom, vorher waren wir alle zusammen in Australien für seinen Film. So läuft das. Aber all die anderen Dinge, viele Besprechungen kann ich auch zu Hause erledigen. Ich bin sehr organisiert. Und früher habe ich vier Filme im Jahr gedreht.

Was bedeutet Familie für Sie?

Alles. Ich bin so erzogen worden, meine Eltern und Geschwister waren immer eine enge Gemeinschaft. Für mich ist Familie die Grundlage.

Penélope Cruz

Die Frau: 1974 bei Madrid als ältestes von drei Kindern einer kleinbürgerlichen Familie geboren. Die Männer: Nach Beziehungen zu Tom Cruise und Matthew McConaughey seit 2010 mit Kollege Javier Bardem verheiratet, die Kinder kommen 2011 und 2013 zur Welt. Entdecker, Förderer, Freund: der Regisseur Pedro Almódovar. Das Werk: Durchbruch mit 18 in „Jamón, Jamón“, internationale Erfolge mit Almodóvar, zum Beispiel in „Volver“, Oscar für Woody Allens „Vicky Cristina Barcelona“. Aktuell: „Zoolander 2“ von und mit Ben Stiller kommt am Donnerstag ins Kino.

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