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Schauspielerin Judy Greer : Ich weiß nicht, woher Sie mich kennen

  • -Aktualisiert am

Nicht auf Jennifer Garner schauen: Es geht hier um Schauspielerin Judy Greer (links), die ihre Memoiren veröffentlicht. Bild: ddp Images

Der Name Judy Greer sagt Ihnen nichts? Da geht es Ihnen wie Millionen anderen, denn sie ist Hollywoods erste Wahl, um die beste Freundin des Stars zu spielen. Sie weiß, wie es sich anfühlt, die ewige Zweite zu sein - doch sie kennt auch die Vorteile dieser Rolle.

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          Sie haben George Clooney im Oscar-prämierten Familiendrama „The Descendants“ bewundert? Mit Jennifer Lopez in der Schmonzette „Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant“ um das Happy End an Matthew McConaugheys Seite gebangt? Der spröden Katherine Heigl bei Hollywoods Brautjungferkomödie „27 Dresses“ gefühlte drei Stunden die Daumen gedrückt? Und der Name Judy Greer sagt Ihnen nichts? Da geht es Ihnen wie Millionen anderen.

          Neben Clooney spielte Greer die betrogene Ehefrau Julie Speer, fädelte als Lopez’ beste Freundin Penny die Romanze mit McConaughey ein, verdingte sich als Heigls Kummerkasten Casey - und gehört nach mehr als achtzig Rollen doch weiter zu Hollywoods unauffälligsten Darstellern. „Ich bin vorhin im Schlafanzug mit meinem Hund Gassi gegangen, ohne von Paparazzi behelligt zu werden. Das kann Julia Roberts nicht“, meint Greer leicht lakonisch bei einem Telefoninterview in Los Angeles.

          Eine Schauspielerin ohne Name

          Die Schauspielerin, von Filmkritikern mit Attributen wie „professionelle Show-Stehlerin“ und „zuverlässigste Charakterdarstellerin“ gefeiert, gilt als ewige Zweite, die BFF der Leading Lady oder eben die hintergangene Ehefrau. Im Comedy-Drama „Men, Women & Children“, seit Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen, kann das Publikum neben Jennifer Garner und Adam Sandler auch Greers Gesicht wiedererkennen - wahrscheinlich ohne den Namen der Neununddreißigjährigen je gehört zu haben.

          In L.A., wo Greer mit ihrem Ehemann, dem Fernsehproduzenten Dean Johnsen, und dessen beiden Kindern lebt, treibt die trügerische Semi-Prominenz mitunter Blüten. Als im Lazy Dog Café in Thousand Oaks ein Gast fälschlicherweise darauf bestand, Greer aus der Komödie „Meine Braut, ihr Vater und ich“ zu kennen, gab sie nach höflichen Versuchen des Widerspruchs schließlich auf. „Irgendwann stimmte ich einfach zu“, meint Greer in dem trockenen Tonfall, den die Fans seit ihrer Rolle als Kitty Sanchez in der Kultserie „Arrested Development“ schätzen.

          „Ich stehe ganz alleine auf der Party aller Partys.“

          Der Titel ihrer Memoiren nimmt die Antwort auf das dauernde „Woher kenne ich Sie?“ denn auch forsch vorweg. Greers Erinnerungen „I Don’t Know What You Know Me From - Confessions of a Co-Star“ zeigen Hollywood ohne Glamour, dafür aber in streckenweise absurden Szenen, die bei Celebrities wie Halle Berry und Jennifer Lawrence höchstens der Entourage zu schaffen machen.

          Gebucht als BFF: Judy Greer als beste Freundin von Katherine Heigl in „27 Dresses“
          Gebucht als BFF: Judy Greer als beste Freundin von Katherine Heigl in „27 Dresses“ : Bild: INTERFOTO

          Zu Greers Tiefpunkten zählen die Oscars 2012. „Ich wurde eingeladen, weil der Film ,The Descendants‘ nominiert wurde“, schreibt sie. „Innerhalb einer Stunde passierte so viel Peinliches, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll.“ Schon vor dem Betreten des Dolby Theatre löste sich die Robe auf, die die Designerin Monique Lhuillier ihr geliehen hatte. „Sie hatte vorne einen breiten Streifen aus silbernen Perlen. Bei meinem ersten Schritt auf dem roten Teppich trat mir jemand auf den Saum, und die Perlen fielen. Sie verteilten sich überall. Mit diesen kleinen verdammten Perlen nahm das Unglück seinen Lauf.“

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