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Schauspielerin Amanda Seyfried : „Ich wollte nicht ewig die blonde Idiotin spielen“

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Amanda Seyfried (links) als Sophie und Meryl Streep als Mutter Donna in „Mamma Mia 2: Here we go again“ Bild: dpa

Mit „Mamma Mia!“ wurde sie international bekannt. Jetzt spielt sie die Rolle der Sophie noch einmal. Amanda Seyfried über das Comeback des Klassikers, den Umgang mit Panikattacken und ihre Rolle als Mutter.

          Die Film-Version des Abba-Musicals „Mamma Mia!“ machte die amerikanische Schauspielerin Amanda Seyfried 2008 international bekannt. Zehn Jahre später spielt sie die Rolle der Sophie in der Fortsetzung „Mamma Mia! Here We Go Again“ noch einmal. In der Zwischenzeit hat sie mit Regisseuren wie Atom Egoyan („Chloe“) oder Tom Hooper („Les Misérables“) gearbeitet, und auch sonst hat sich einiges in ihrem Leben verändert. Beim Interview fließen Tränen, aber nur aus einem Auge. Das ist entzündet und der Grund, warum die 32 Jahre alte Schauspielerin heute kein Make-up trägt.

          Wie haben Sie sich damals Ihre Karriere in Hollywood vorgestellt?

          Ich wollte jedenfalls nicht berühmt sein, kein Star werden. In Hollywood stecken sie dich außerdem schnell in eine Schublade. Und nach „Girls Club – Vorsicht bissig!“, meinem ersten Film, lief ich Gefahr, ewig die blonde Idiotin spielen zu müssen. Das war auch keine verlockende Perspektive. Dem wollte ich mich von Anfang an entziehen.

          Was wollten Sie dann?

          Ich wollte erfolgreich sein. Ich wollte arbeiten und dass man mich engagiert, mich will. Nur leider geht das eine nicht so gut ohne das andere. Wenn du nicht berühmt bist, läufst du Gefahr, nicht besetzt zu werden. Ich musste beruflich einige Entscheidungen treffen, die mit meinem Privatleben zu tun hatten, um von diesem Beruf nicht beschädigt zu werden. Und deswegen habe ich zum Beispiel eine Rolle in einem Film abgesagt, der dann später ein Mega-Erfolg wurde. Das hat mir einige Chancen verbaut. Damit hatte ich zu kämpfen, aber inzwischen habe ich mich mit diesem Konflikt arrangiert. Wenn man gut genug spielt und hartnäckig genug ist, gibt es auch einen anderen Weg. Doch gerade wenn man noch so jung ist, ist die ganze Ablehnung, die du in diesem Beruf erst einmal erfährst, schrecklich. Es fühlt sich einfach nicht gut an, wenn dir ständig jemand sagt: Du bist nicht die Richtige für diese Rolle. Das tut weh.

          Warum haben Sie trotzdem weitergemacht?

          Wenn ich abgelehnt werde, arbeite ich umso härter. Ich gebe auch heute erst auf, wenn ich für eine Rolle drei Absagen hatte. Aber früher habe ich mich da viel mehr festgebissen. Heute kann ich auch mit der Zurückweisung leben, widerwillig, aber es geht. Aber auch das war etwas, was ich mit Anfang zwanzig nicht wusste.

          „Mamma Mia!“ hat Ihr Leben auch auf andere Weise verändert. Sie haben sich damals in Ihren Ko-Star Dominic Cooper verliebt und waren dann ein Paar. Mit welchen Gefühlen haben Sie diese Rolle zehn Jahre später noch einmal gespielt?

          Es war interessant. Damals war ich ein Kind. Heute bin ich eine Erwachsene mit ganz anderen Prioritäten und Werten. Ich würde nie behaupten, dass ich heute weiß, wer ich bin. Aber ich bin der Frage auf jeden Fall näher gekommen. Ich habe ein anderes Selbstverständnis, habe eine andere Vorstellung davon, was ich im Leben erreichen will. Das Einzige, was sich seltsam anfühlte, war, den Film ohne meine beiden Freundinnen zu drehen, die beim ersten Teil dabei waren. Die eine lebt jetzt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Qatar, die andere ebenfalls mit Mann und Kindern in Atlanta. Es war einfach nicht möglich.

          Sie haben mit Dominic Cooper noch einmal ein Liebespaar gespielt. Wie haben Sie das erlebt?

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