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Schauspieler Robin Williams : Funny man, happy

  • -Aktualisiert am

„Seien Sie lustig“ - Von Robin Williams erwarten die Leute, immer „on“ zu sein Bild: dapd

Wie Robin Williams einen neuen Blick aufs Leben lernte - und warum weniger manchmal mehr ist. Ein Treffen mit einem verliebten Filmkomiker in Beverly Hills.

          5 Min.

          „Wir haben uns vor dem Apple-Store kennengelernt, ich wollte ein Bluetooth-Headset kaufen“, sagt Robin Williams. Es ist ein Zeichen für die Nachhaltigkeit seiner komischen Kunst, dass das aus seinem Mund irgendwie klingt wie der Auftakt für einen seiner Stand-up-Monologe. Dabei beschreibt Williams doch eigentlich den Augenblick, in dem er zum ersten Mal Susan Schneider traf, die Graphikdesignerin, die vor kurzem seine dritte Ehefrau wurde. „Ich sah sie da stehen und dachte immer wieder, wie schön sie ist. Aber ich hatte auch das Gefühl, sie zu kennen. Ich sagte: ,Kenne ich Sie nicht?’“ Williams macht eine Pause und grinst. „Ich weiß. Das klingt nach einer miesen Anmache in einer Bar, einem dummen Spruch. Aber es ist die Wahrheit.“

          Beverly Hills, eine Hotelsuite, Kaffee auf dem Tisch. Ich war gekommen, um mit dem Star von Filmklassikern wie „Garp und wie er die Welt sah“, „Good Morning, Vietnam“, „Der Club der toten Dichter“, „Good Will Hunting“, „Zeit des Erwachens“ und „Mrs. Doubtfire“ zu plaudern, und im selben Moment, da er vom Sofa hochgesprungen war, um mich zu begrüßen, war klar gewesen: Der Mann ist total verliebt - so, wie das denkbar breiteste Grinsen seine vertrauten Gesichtszüge zum Leuchten bringt.

          „Ich fühle mich großartig“

          Im Frühjahr 2009 musste sich Williams, 60, einer Herzoperation unterziehen, in deren Verlauf eine defekte Aortaklappe ersetzt werden musste, doch heute strotzt er vor Gesundheit, sieht schlank und fit aus in dem schwarzen T-Shirt und den schwarzen Jeans. „Ich fahre überall mit dem Rad hin, ich fühle mich großartig“, berichtet der Schauspieler. „Wenn man eine Herz-OP hat, wird man sehr empfindlich, emotional sehr offen, was eigenartig ist, weil man ja buchstäblich einen Riss in der Brust hat - aber das macht einen offen, man schätzt die einfachen Dinge wieder, so wie das Atmen.“ Trotz der grauen Haare und der Falten im Gesicht ist Williams’ Erscheinung etwas Jungenhaftes geblieben, hat er ein Funkeln in den Augen, das ihn deutlich jünger aussehen lässt.

          Körperlich wieder zu Kräften kommen lassen hat ihn das Fahrradfahren in den Hügeln in Nordkalifornien, wo er lebt. Sein seelisches Wohlbefinden allerdings, so berichtet er, verdanke er seiner Frau; Susan, 47, habe ihn einen neuen Blick aufs Leben gelehrt. Den allerdings brauchte er auch nach den vorangegangenen harten paar Jahren; nicht nur hatte er einen Rückfall in den Alkoholismus, nachdem er zwei Jahrzehnte lang trocken geblieben war, sondern musste auch noch die Scheidung von seiner Frau Marsha Garces verkraften, mit der er 19 Jahre lang verheiratet war und mit der er zwei Kinder hat, Zelda, 22, und Cody, 19. (Einer früheren Ehe entstammt Sohn Zachary, 28.)

          Williams mit seiner Frau Susan Schneider: „Kenne ich Sie nicht?“

          „Es war verrückt, eine wilde Zeit, die Reha, dann die Herz-OP“, erinnert sich Williams. „Aber jetzt gerade ist alles wunderbar. Meine Midlife-Krise hatte ich in meinen Vierzigern, also ist das Leben mit 60 großartig. Sobald man so eine Operation am Herzen hatte, wird man zu Ich 2.0. Meine Frau hat mir durch so vieles hindurchgeholfen. Liebe ist das Wichtigste im Leben oder zumindest nahe dran; sie ist ein Geschenk.“ Die Hochzeit ist keinen Monat her, in einem Resort im Napa Valley, „mit genau der richtigen Anzahl von Leuten, 100, nichts Großes, nur Freunde und Familie“. Prominente Freunde? „Die meisten mit den berühmten Namen“, Steven Spielberg etwa, „waren nicht dabei.“

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