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Keine bundesweite Statistik : Frauenanteil unter Wohnungslosen wird unterschätzt

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Eine obdachlose Frau in Hannover schiebt einen Wagen mit ihren Habseligkeiten. Bild: dpa

Mehr als ein Viertel der Wohnungslosen ist weiblich. Das zeigt eine Anfrage der Linksfraktion. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe geht von Zehntausenden Frauen ohne feste Bleibe aus.

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          Frauen machen mindestens ein Viertel der Wohnungslosen in Deutschland aus. Das hat eine Kleine Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung ergeben. Wie der „Spiegel“ berichtet, liegen allerdings nur aus zwei Bundesländern Zahlen vor: In Nordrhein-Westfalen waren im Juni 2017 30,3 Prozent der Wohnungslosen weiblich, also insgesamt 9524 Frauen. Die Zahlen aus Bayern sind schon etwas älter, 2014 waren 1796 Frauen obdachlos, ein Anteil von 26,2 Prozent.

          Eine bundesweite Statistik gibt es nicht. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schätzt aber, dass rund 100.000 Frauen in Deutschland wohnungslos sind. „Die Zahlen zeigen, dass die Vorstellung vom typischerweise männlichen Wohnungslosen dringend korrigiert werden muss“, sagt Cornelia Möhring, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, zum „Spiegel“.

          Im Gegensatz zu Deutschland führen andere EU-Länder solche Statistiken. Laut einer Erhebung in Frankreich vom Nationalen Institut für Statistik aus dem Jahr 2012 waren dort 38,6 Prozent der Wohnungslosen weiblich. Frauen sind aber häufiger in Hotels oder Frauenhäusern untergebracht. Der Frauenanteil unter den Obdachlosen, also unter denjenigen, die auf der Straße leben, beträgt nur fünf Prozent. Deshalb sind auch in Frankreich wohnungslose Frauen weniger sichtbar als wohnungslose Männer.

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