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Vielseitige Begabungen : Das kann doch noch nicht alles sein!

Reiki-Lehrerin, Klangmasseurin, Craniosacral-Therapeutin, Konzentrationstrainerin, Sängerin – manche Menschen haben unglaublich viele Interessen. Bild: EPA

Sogenannte „Scanner-Persönlichkeiten“ haben so viele Interessen, dass sie nicht wissen, worauf sie sich beruflich festlegen sollen. Manche leiden unter dieser Vielbegabung. Doch sie hat auch Vorteile.

          9 Min.

          Petra Baum hat eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, sie ist selbständige Ergotherapeutin mit eigener Praxis, Reiki-Lehrerin, Klangmasseurin, Craniosacral-Therapeutin, Konzentrationstrainerin, Sängerin mit viel Bühnenerfahrung und Kinesiologin, außerdem hat sie zwei Pflege-Esel und einen Therapiebegleithund samt dazugehöriger Ausbildung, und sie schreibt Rezensionen auf Amazon für einen Verlag, der ihr dafür Bücher und Produkte zur Verfügung stellt. Als Nächstes will sie selbst ein Buch schreiben. „Warum willst du so viel? Mach doch lieber nur eins und konzentrier dich“, sagt sich die 52-Jährige aus dem südhessischen Gras-Ellenbach oft. Aber das geht nicht: „Ich habe so viele Interessen, dass mein Leben gar nicht dafür reicht. Ich will immer mehr wissen, besser werden, nicht stehenbleiben bei dem, was ich kann.“

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vielseitig interessierte und ausgebildete Menschen mit mehreren Begabungen gab es schon immer. Aber während es einst in der Renaissance als bewundernswert galt, wenn es diesen sogenannten Universalmenschen gelang, sich immer weiterzubilden und alle möglichen Fähigkeiten in ganz verschiedenen Bereichen zu entwickeln, sehen sich solche Menschen heute schnell als ziellose, flatterhafte Amateure abgestempelt, denn in unserer Gesellschaft ernten Spezialisten die meiste Anerkennung. Wenn ein junger Mensch heute gern viele verschiedene Dinge tut und sich nicht festlegen mag, dann entschuldigen sich seine Eltern mit den Worten: „Er hat seinen Weg noch nicht gefunden.“

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