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São Paulo : Falscher deutscher Kardinal in Brasilien festgenommen

  • Aktualisiert am

Nur mit Mitra: ein echter Kardinal im Petersdom Bild: dpa

Er gab sich wahlweise als Kardinal von Hohenzollern oder Bischof von Osnabrück aus. Doch der Schwindel flog auf: Jetzt sitzt der 66-jährige in Haft und soll ausgewiesen werden.

          Die Polizei in der südbrasilianischen Stadt São Paulo hat Medienberichten zufolge einen 66-jährigen Deutschen festgenommen, der sich als Kardinal ausgab. Bereits Anfang November hatte das Erzbistum São Paulo die lokalen Kirchen vor dem Mann gewarnt, der in der Region Messen las und Beichten abnahm. Der Mann soll nun innerhalb der nächsten 15 Tage nach Deutschland abgeschoben werden.

          Der Mann, dessen tatsächlicher Name in der brasilianischen Presse als Wolfgang Schuler angegeben wird, war am 20. November von der Polizei im Zentrum São Paulos verhaftet worden, nachdem er sich nicht ausweisen konnte. Bei verschiedenen katholischen Institutionen, bei denen er um Unterkunft und finanzielle Unterstützung bat, hatte er sich zuvor als „Bruder Andre Kardinal von Hohenzollern“ und Mitglied des Karthäuser-Ordens ausgegeben. In einigen Fällen habe er sich zudem als Bischof von Osnabrück ausgegeben.

          Am 7. November veröffentlichte das Erzbistum São Paulo ein Schreiben, dass vor dem falschen Kardinal warnte. Schuler soll bereits im Jahre 2003 im nordöstlichen Bundesstaat Bahia von der Polizei mit gefälschten Papieren aufgegriffen worden sein. Einer drohenden Ausweisung habe er sich damals aber entziehen können.

          Ausweisung geplant

          In der Stadt Mogi das Cruzes bat Schuler zuletzt in einem Kloster um Unterkunft. Gegenüber den Mönchen gab er sich als Verwandter der deutschstämmigen Suzane von Richthofen aus, die in einem Gefängnis im Bundesstaat São Paulo eine Haftstrafe von 39 Jahren verbüßt. Richthofen hatte im Jahre 2002 ihre Mutter und den Vater, angeblich ein entfernter Verwandter des deutschen Weltkriegspiloten Manfred von Richthofen, ermordet.

          Gegenüber den Mönchen gab Schuler an, Suzane von Richthofen im Gefängnis besuchen zu wollen. Nachdem diese jedoch erklären ließ, den angeblichen Verwandten nicht zu kennen, schöpften die Mönche Verdacht und alarmierten ihre Vorgesetzten. Schuler reiste daraufhin nach São Paulo weiter, wo er schließlich festgenommen wurde. Laut Medienberichten hat die zuständige Bundespolizei bereits Reisepapiere für Schulers Ausweisung beim deutschen Generalkonsulat in São Paulo angefordert.

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