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Ryan und Tatum O'Neal : Is' was, Dad?

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Lächeln für die Kameras: Das Verhältnis zwischen Ryan und tatum O'Neal ist nur selten so harmonisch Bild: dpa

So nah, so fern, so traurig: Ryan und Tatum O'Neal führen eine Vater-Tochter-Beziehung vor, wie nur Hollywood sie produzieren kann. Ein filmreifes Drama, das noch lange nicht sein Ende gefunden hat.

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          Es muss doch was dran sein an dem Klischee, das Verhältnis zwischen einem Vater und seiner Tochter habe seine ganz eigenen Gesetze. Das gilt, selbst wenn Ryan O'Neal, sichtlich in die Jahre gekommener Star des Siebziger-Kultfilms "Love Story", als Beleg dafür herhalten muss. Der Schauspieler hat dieser Tage zwar mit seinem gesamten Nachwuchs Ärger. Sohn Griffin, 46, musste nach einem drogeninduzierten Unfall in San Diego von der Polizei aus einem Autowrack geschnitten werden, und Redmond, 26, ein Kind aus der stürmischen Liaison mit der 2009 verstorbenen Schauspielkollegin Farrah Fawcett, wurde von Beamten des Santa Monica Police Department mit Heroin erwischt, was den Vater zu der Bemerkung zwang, der wegen Drogenvergehen Vorbestrafte habe sich "nie vom Tod seiner Mutter erholt".

          Ryans einzige Tochter Tatum dagegen nötigt den Vater zu weit mehr als ein paar standardisierten Entschuldigungen. Die 47 Jahre alte Schauspielerin, die in den vergangenen Jahrzehnten vor allem durch Kokain- und Alkoholexzesse sowie eine hässliche Scheidung von John McEnroe auffiel, zerrt ihren Vater seit Wochen vor Fernsehkameras, wo dann das Familienleben in quälenden Szenen entblößt wird. Im Mittelpunkt steht die fast dreißig Jahre umfassende Beziehung ihres Vaters zu der "Drei Engel für Charlie"-Darstellerin Fawcett. "Er hat mich und meinen Bruder Griffin ihretwegen sitzenlassen", klagte Tatum auf einer Talkcouch. Und der Suizidversuch, den der ehemalige Kinderstar im Alter von 13 Jahren unternahm? "Mein Vater behauptet, ich hätte ihn nur vorgetäuscht."

          Familienkrise im Reality-TV

          Den vorzeitigen Höhepunkt der Nabelschau erreichte das Vater-Tochter-Gespann in der Sendung des britischen Talkmasters Piers Morgan bei CNN. Unverhohlen warf Ryan der Tochter vor, durch Familienzwist zu Fawcetts Darmkrebserkrankung beigetragen zu haben. "Mich belastet am meisten, dass während meiner Liebesbeziehung zu Farrah ständig Aufruhr herrschte. Ein großer Teil davon geht auf das Konto meiner Familie, besonders meiner Kinder. Ganz besonders Tatums. Vielleicht wäre Farrah noch am Leben, wenn sie uns nie begegnet wäre. Niemand weiß, wodurch Krebs ausgelöst wird", philosophierte der Siebzigjährige.

          „Ich war so verliebt in Farrah, dass ich Tatum einfach im Regen stehen ließ”
          „Ich war so verliebt in Farrah, dass ich Tatum einfach im Regen stehen ließ” : Bild: dapd

          Das ganze Ausmaß der O'Nealschen Dysfunktionalität konnten Millionen von amerikanischen Fernsehzuschauern wochenlang jeden Sonntagabend erleben. In der Doku-Serie "Ryan and Tatum: The O'Neals", die dem neuen Kabelsender OWN der Talkmilliardärin Oprah Winfrey wütende Zuschauerkommentare bescherte, versucht das Duo, die fast 20 Jahre lange Funkstille zwischen Vater und Tochter bei gemeinsamen Sitzungen im Whirlpool oder händchenhaltend bei Strandspaziergängen in Malibu aufzuarbeiten. "Vielleicht zeigt die Serie manchmal zu viel Realität, aber das ist gut", schwadronierte Tatum mit der Verve eines angetrunkenen Cheerleaders. Bei Vater Ryan hält sich der Jubel über die wöchentlichen Entblößungen dagegen in Grenzen. "Gelegentlich wird es schon ein bisschen roh, aber es ist für unsere Familie auch ein erster Schritt", hofft der einstige Frauenschwarm.

          Väterlicher Neid statt Stolz

          Dabei sind die Abstürze der Mitglieder des Skandal-Clans dem Publikum keineswegs neu. In zwei Autobiographien, betitelt "Und mein Leben beginnt jetzt" und "Found: A Daughter's Journey Home" (etwa "Eine Tochter auf dem Weg zurück"), hat Tatum O'Neal sich den Kummer über die Eskapaden ihres Vaters und die Amphetamin-Abhängigkeit ihrer Mutter Joanna Moore ebenso von der Seele zu schreiben versucht wie den angeblichen sexuellen Missbrauch durch Freunde beider Eltern.

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