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Nach zwölf Drehtagen : Russisches Filmteam von der ISS zurückgekehrt

  • Aktualisiert am

Gut gelandet: Die russische Schauspielerin Julija Peressild hat zwölf Tage auf der ISS verbracht. Bild: via REUTERS

Erstmals sind an Bord der ISS Teile eines Spielfilms gedreht worden. Das Filmteam kehrte am Sonntag zurück auf die Erde. Die russische Weltraumbehörde will mit dem Projekt ihr Image aufpolieren – und Tom Cruise zuvorkommen.

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          Das russische Filmteam, das an Bord der Internationalen Raum­station (ISS) erstmals Teile eines Spielfilms gedreht hat, ist zur Erde zurückgekehrt. Regisseur Klim Schipenko und Schauspielerin ­Julija Peressild landeten zusammen mit dem Kosmonauten Oleg Nowizkij am Sonntagmorgen in der kasachischen Steppe. Dort begrüßten sie der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitrij Rogosin, und der Generaldirektor des wichtigsten russischen Staatsfernsehsenders Perwij Kanal, Konstantin Ernst. Alles sei bestens ge­laufen, äußerte Rogosin. Laut Ärzten geht es der Besatzung der Sojus-Raumkapsel gut. Peressild sagte, sie sei etwas traurig, dass der Dreh auf der ISS nach zwölf Tagen schon zu Ende sei.

          Die Schauspielerin und der Re­gisseur waren am 5. Oktober mit einem anderen Kosmonauten vom Weltraumbahnhof Baikonur zur Raumstation geflogen, um dort 35 bis 40 Minuten eines Films mit dem Arbeitstitel „Herausfor­de­rung“ zu drehen. Peressild spielt darin eine Kardiochirurgin, die an ei­nem ­Kosmonauten, den Nowizkij spielen sollte, eine überlebensnot­wendige Herzoperation vornimmt. Die Schauspielerin „fühlt sich ­wun­derbar, wie wir sehen können“, schrieb Roskosmos auf Twitter zu einem Foto der lächelnden Peressild im Raumanzug.

          Mit dem Film will die von Korruptionsskandalen gebeutelte Be­­hör­de, die nach Ansicht von Fachleuten technisch hinter ihre amerika­nischen Rivalen zurückgefallen ist, für sich und für die Raumfahrt werben. Zudem ging es darum, einem amerikanischen Filmprojekt im All um den Star Tom Cruise zuvorzukommen, das indes auf unbe­stimm­te Zeit verschoben worden ist. Das rus­sische Projekt war in Moskau kri­tisiert worden, weil die Handlung völlig unrealistisch sei und für den Dreh das Raumfahrtprogramm des Landes durchein­andergebracht wurde.

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