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Königshaus in der Krise : Prinz Harry und Meghan ziehen sich von Royals zurück

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Der britische Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38) Bild: EPA

Paukenschlag bei den Royals: Prinz Harry und Meghan gehen weiter auf Distanz zum Königshaus – und wollen „finanziell unabhängig werden“. Der Buckingham-Palast reagiert wenig später auf die Ankündigung des Paares.

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          Prinz Harry und seine Frau Meghan wollen sich aus der ersten Reihe der Royals zurückziehen. „Wir wollen als ,ranghohe' Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden“, erklärte das Paar am Mittwoch überraschend in einer vom Buckingham-Palast verbreiteten Erklärung. Die beiden kündigten an, ihre Zeit künftig abwechselnd in Großbritannien und Nordamerika verbringen zu wollen. Dieser Schritt ermögliche es ihnen, ihren Sohn auch weiterhin in der königlichen Tradition zu erziehen und zugleich der Familie den Raum zu geben, den es nun brauche, um sich auf ein neues Kapitel zu konzentrieren – wie etwa der Gründung einer gemeinnützigen Organisation.

          Nach „vielen Monaten des Nachdenkens“ und der Diskussionen hätten sie entschieden, eine „fortschrittliche, neue Rolle“ innerhalb des Königshauses für sich zu entwickeln, teilte das Paar weiter mit. Sie wollten Königin Elisabeth II. aber weiterhin voll unterstützen und ihre „Pflichten gegenüber der Königin, dem Commonwealth und unseren Schirmherrschaften weiter erfüllen“.

          Das britische Königshaus zeigte Verständnis für den Wunsch des Paares, kündigte aber gleichzeitig schwierige Gespräche an. „Wir verstehen ihren Wunsch, einen anderen Weg einzuschlagen“, erklärte eine Sprecherin von Königin Elisabeth II. am Mittwochabend. Es handele sich jedoch um „komplizierte Fragen, die zu regeln Zeit braucht“. Die Gespräche über die zukünftige Rolle des Paares stünden noch ganz am Anfang.

          Die britische Boulevardpresse hatte die amerikanische Schauspielerin zunächst begeistert in der britischen Königsfamilie willkommen geheißen. Später wurde die Berichterstattung zunehmend kritisch bis hin zur Häme und rassistischen Untertönen. So war Meghan und Harry unter anderem vorgeworfen worden, dass sie zu sehr auf ihre Privatheit pochten. In den vergangenen Monaten hatte es zudem immer wieder Gerüchte über eine wachsende Distanz zwischen dem Paar und dem Königshaus gegeben. Die Weihnachtsfeiertage verbrachte das Paar in Kanada, statt mit den anderen Mitgliedern des britischen Königshauses zu feiern. Auffällig war auch, dass bei der traditionellen Weihnachtsansprache der Queen ein Foto der beiden auf dem Tisch fehlte, an dem Elisabeth II. ihre Rede hielt.

          Der Herzog von Sussex und seine Frau haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Im Oktober hatten die beiden mehrere britische Boulevardmedien wegen gehackter Voicemail-Botschaften und unerlaubter Veröffentlichung eines privaten Briefes verklagt. In einem viel beachteten Fernsehinterview sprachen sie 2019 über die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit. Harry warf den Boulevardmedien darin vor, seine Frau genauso zu verfolgen wie einst seine Mutter Diana, die 1997  bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi in Paris gestorben war. Dabei sagte Harry: „Ich habe eine Familie, die ich beschützen muss.“ Er werde nicht „das Spiel spielen, das meine Mutter getötet hat“. Bereits in dem Interview hatte das Paar eine  sechswöchige Auszeit angekündigt – deren Ergebnis nun offenbar die Entscheidung zum Rückzug von den königlichen Pflichten ist.

          Harry hatte in dem Interview im Oktober auch zu Gerüchten über ein Zerwürfnis mit seinem großen Bruder Prinz William Stellung bezogen. Dabei sagte er, er und sein Bruder befänden sich derzeit „sicherlich auf unterschiedlichen Wegen". Als Brüder habe  man „gute Tage und schlechte Tage“. Weil beide so beschäftigt seien, sehe er William nicht mehr so oft wie früher. Die britische Boulevardpresse hatte zuvor ausführlich über eine angebliche Entfremdung der Brüder berichtet und gemutmaßt, Schuld sei ein Zickenkrieg zwischen Meghan und Williams Frau Kate.

          Bereits im Frühjahr waren Harry und Meghan aus dem Kensington-Palast in London, auf dessen Grundstück sie mit William und Kate gelebt hatten, ausgezogen. Sie wohnen seither in der Nähe der Queen in Windsor. Harry soll der Lieblingsenkel der Königin sein. Künftig wird er mit seiner Meghan nun auch in Nordamerika leben. Es gab bereits viele Gerüchte, dass das Paar Großbritannien verlassen könnte. Allerdings tippten viele Royal-Experten auf den falschen Kontinent: nicht auf Amerika, sondern Afrika. Sowohl Harry als auch Meghan hegen eine große Liebe für die Länder südlich der Sahara. Unter dem Sternenhimmel dort sollen sie sich näher gekommen sein.

          Die Ankündigung des Paares reiht sich ein in eine Reihe von Tiefpunkten, die das britische Königshaus im vergangenen Jahr erschüttert hatten. Neben den  Unstimmigkeiten zwischen Prinz Harry und seinem Bruder William bereitete der Familie Prinz Philip Sorgen. Der 98 Jahre alter Senior wurde als Vorsichtmaßnahme vor Weihnachten in einem Londoner Krankenhaus behandelt. Für Negativ-Schlagzeilen sorgte zudem Prinz Andrew. Ihm wirft eine Amerikanerin vor, er habe sie als Minderjährige missbraucht. In einem Fernsehinterview, mit dem er seinen Ruf wieder herstellen wollte, redete sich der mit 59 Jahren zweitälteste Sohn der Queen um Kopf und Kragen. Schließlich gab er bis auf Weiteres alle offiziellen Aufgaben auf. Queen Elisabeth II. sprach daraufhin in ihrer Weihnachtsansprache von einem „holprigen“ Weg der vergangenen zwölf Monate.

          Prinz Harry und die amerikanische Schauspielerin Meghan Markle hatten im Mai 2018 in Windsor geheiratet. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind, Sohn Archie, zur Welt.

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