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Rover „Perseverance“ : Die Nasa ist wieder auf dem Weg zum Mars

  • -Aktualisiert am

Die Atlas-V-Rakete beim Start am Donnerstag. Bild: Reuters

Wie geplant ist am Donnerstagmittag eine Raumsonde der Nasa zum roten Planeten gestartet. Der Rover „Perseverance“ wird das fünfte Gefährt sein, das sich ferngesteuert auf dem Planeten bewegt – und dabei einen einmaligen Plan verfolgt.

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          Zum dritten Mal innerhalb von wenigen Wochen ist am Donnerstag eine Raumsonde zum Mars gestartet. Am frühen Morgen um 07.50 Uhr (Ortszeit) hob eine Atlas-V-Rakete mit dem amerikanischen Mars-Rover „Perseverance“ an der Spitze vom Cape Canaveral an Floridas Atlantikküste zu einem Flug zum Roten Planeten ab. Nach den kürzlich gestarteten Marsmissionen der Vereinigten Arabischen Emirate und Chinas nutzt auch dieses Projekt der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa die gegenwärtige günstige Konstellation der Erde zu ihrem äußeren Nachbarplaneten aus. Nach einem fast 500 Millionen Kilometer langen Flug soll „Perseverance“ („Ausdauer“) den Mars schon im Februar nächsten Jahres erreichen und dort in einem Krater in einem ehemaligen Flussdelta nördlich des Mars-Äquators landen.

          Der Start der vom Konsortium der Raumfahrtunternehmen Boeing und Lockheed gebauten zweistufigen Rakete war allerdings nur mit russischer Hilfe möglich. Das Haupttriebwerk RD-180 der ersten Stufe dieser Rakete stammt nämlich aus russischer Produktion. Nach vier Minuten Brenndauer hatte das mit flüssigen Brennstoffen betriebene Triebwerk genügend Schub geliefert, um die unbemannte Rakete mit ihrer Nutzlast in eine Erdumlaufbahn zu befördern. Von dort soll die zweite Raketenstufe die Raumsonde in Richtung Mars schicken.

          Die Bodenproben sollen auf die Erde geholt werden

          „Perseverance“ wird das fünfte Gefährt sein, das sich von der Erde ferngesteuert auf der Marsoberfläche bewegt. Seit 1997 haben vier Mars-Rover der Nasa erfolgreich den Planeten erkundet. Sie wurden alle vom Laboratorium für Strahlantriebe in Pasadena entwickelt und auch von dort gesteuert. Die ersten beiden Versuche der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 1971, Gefährte auf dem Mars zu landen, schlugen fehl. Zur Zeit ist ein weiteres Mars-Vehikel zum Roten Planeten unterwegs. Das chinesische Gefährt Tianwen-1 wurde am 23. Juli gestartet, wird aber erst Ende April 2021 auf dem Mars landen. Wenn alles nach Plan verläuft, soll „Perseverance“ zu dem Zeitpunkt bereits die ersten Ausflüge rund um seinem Landeplatz im Jezero-Krater unternommen haben.

          Unter anderem ist ein Mini-Hubschrauber Teil der wissenschaftlichen Ausrüstung des Nasa-Gefährts. Dass diese nur drei Pfund leichte Drohne mit dem Namen „Ingenuity“ („Einfallsreichtum“) überhaupt in der dünnen Luft des Mars fliegen kann, erscheint auf den ersten Blick fast unmöglich. Wie jeder andere auf Auftrieb beruhende Flugkörper benötigt auch diese Mars-Drohne Luft, um überhaupt abheben zu können. Die Marsatmosphäre besitzt aber nur eine Dichte von etwa einem Prozent der irdischen Lufthülle. Um in der dünnen Mars-Luft fliegen zu können, sind die Rotorblätter der beiden Drohnenmotoren jeweils mehr als 1,20 Meter lang und drehen sich fast 2500 Mal in der Minute. „Ingenuity“ ist mit Kameras ausgerüstet, welche die Marslandschaft aus der Vogelperspektive erkunden sollen.

          Einmalig ist auch der Plan, dass „Perseverance“ Bodenproben auf dem Mars entnimmt, die in einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der europäischen Weltraumbehörde Esa zur Erde geholt werden sollen. Bei der Analyse dieser Proben in irdischen Laboratorien wird hoffentlich die Fragen geklärt werden können, ob einst organisches Leben auf dem Planeten möglich war und ob es tatsächlich molekulare Spuren hinterlassen hat.

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