https://www.faz.net/-gum-9cyuu

Als erste Stadt in Europa : Rotterdam will in einigen Straßen das Rauchen verbieten

Nicht nur drinnen, sondern auch draußen: Rotterdam verbietet das Rauchen in einigen Straßen (Symbolbild) Bild: dpa

Bestimmte Straßen in Rotterdam sollen künftig rauchfrei bleiben. Die Stadt reagiert damit auf Klagen von einem Krankenhaus, einer Schule und einer Universität, die sich um die Gesundheit der Schüler und Patienten sorgen.

          In den Niederlanden wird es in Kürze erstmals Rauchverbote in bestimmten Straßen geben. Für die damit auch europäische Premiere sollen die Großstädte Rotterdam und Groningen sorgen. Wie niederländische Medien am Freitag übereinstimmend berichteten, haben sich die Leitungen eines Krankenhauses sowie einer Schule und einer Universität in Rotterdam schriftlich an Bürgermeister Ahmed Aboutaleb mit einem entsprechenden Antrag gerichtet. „Wir leiden unter herumliegenden Kippen und denken an die Gesundheit der 30.000 Studenten, Schüler, Patienten und Mitarbeiter“, sagte Ahmet Olgun, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiter der Hogeschool Rotterdam der Tageszeitung „AD“.

          Michael Stabenow

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Beneluxländer.

          Die Stadtväter der größten europäischen Hafenstadt sollen wohlwollend auf den Vorstoß reagiert haben. Geplant ist jetzt zunächst, in mehreren Straßenzügen in dem südwestlich der Innenstadt gelegenen Viertel Rauchverbote zu erlassen. Nicht nur Olgun gibt sich zuversichtlich, dass sich die geplante Verbotsregelung durchsetzen lässt. „Als Rauchen in Klassenzimmern und Flugzeugen verboten wurde, dachte man auch, dass das in der Praxis nicht klappen würde. Aber nun ist es vollkommen normal, dort nicht zu rauchen“, sagte Wijnand van den Brink, Vorstandsmitglied der Universität, am Freitag im Rundfunksender NOS. Von Beginn des kommenden Studienjahrs an soll auch auf dem Universitätsgelände und in den Räumlichkeiten der Hochschule das Rauchen untersagt werden.

          Auch in der im Nordosten des Landes gelegenen Großstadt Groningen soll der Gemeinderat in Kürze über rauchfreie Straßen entscheiden. Während in Gaststätten, Bahnhöfen, Krankenhäusern und anderen öffentlich zugänglichen Gebäuden der meisten Länder der Europäischen Union Rauchverbote gelten, gehen manche außereuropäische Länder im Kampf gegen Nikotin und gesundheitsschädliches Passivrauchen weiter. So gibt es in Japan schon seit 2002 unter Androhung von Bußgeldern Rauchverbote in zahlreichen Ortschaften. Auch in Ländern wie Südkorea, Thailand, Australien und Kanada bestehen schon örtlich begrenzte Rauchverbote auf öffentlichen Straßen.

          In Paris wird – nach dem Vorbild einiger amerikanischer Städte – von Herbst an das Rauchen in sechs öffentlichen Parkanlagen verboten sein. Als erste französische Großstadt hatte Straßburg eine entsprechende Regelung im Juli in Kraft gesetzt, und das Rauchen in allen öffentlichen Parks verboten. Die elsässische Stadt folgt damit dem Beispiel New Yorks, das schon seit 2011 das Rauchen auf seinen Grünflächen verbietet. Das neue Straßburger Rauchverbot unter dem Motto „Parks ohne Tabak“ wurde zusammen mit der Krebsliga erarbeitet und seit Ende des vergangenen Jahres im zwölf Hektar großen Park der Citadelle getestet. Schon 2015 war Straßburg Vorreiter gewesen und hatte Zigaretten auf Spielplätzen untersagt. Inzwischen gilt dieses Verbot landesweit. In London gab es in den vergangenen Jahren ebenfalls Überlegungen für Rauchverbote auf Straßen und öffentlichen Plätzen. 2011 hatte sich der nördlich der Hauptstadt gelegene Ort Stony Stratford angeschickt, das Rauchen generell auf sämtlichen öffentlichen Plätzen zu untersagen. Das Vorhaben war aber schließlich im Gemeinderat gescheitert.

          Weitere Themen

          Suche nach Vermissten geht weiter

          Nach Explosion im Allgäu : Suche nach Vermissten geht weiter

          Eine gewaltige Explosion zerstört im Allgäu ein Wohnhaus und schließt drei Menschen ein. Die Retter haben in den Trümmern eine Verschüttete geborgen, nach Zweien wird noch gesucht – auch in der Dunkelheit.

          „Wir ertragen es nicht mehr“

          Kirchenstreik Maria 2.0 : „Wir ertragen es nicht mehr“

          Eine Woche lang protestierten Katholikinnen in Münster unter dem Titel „Maria 2.0“. Ihr Ziel: endlich Gleichberechtigung für die Frauen in der katholischen Kirche. Eine Mitbegründerin der Bewegung zieht im Interview Bilanz.

          Topmeldungen

          Kurz’ Zögern : Gefangen in der Ibiza-Falle

          Lange wartete Österreichs Kanzler, bis er sich zum Video von FPÖ-Chef Strache äußerte. Dabei war ihm schnell klar, dass sein Vize nicht zu halten ist. Dessen Parteifreund Gudenus soll derweil weiter Kontakt zu der vermeintlichen Oligarchennichte gehalten haben.
          Die 45. Internationale Waffen-Sammlerbörse im März in Luzern

          Mit rund 64 Prozent : Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Die Eidgenossen haben sich den Verbleib im Schengen-Raum gesichert: Eine Mehrheit sprach sich für die Übernahme der verschärften Waffenrichtlinie der EU aus. Bei einer Ablehnung wäre die Mitgliedschaft automatisch nach sechs Monaten erloschen.
          Heiko Maas vor einer Regierungsmaschine auf dem Flughafen in Berlin-Tegel

          Antrittsbesuch in Bulgarien : Maas hat wieder Pech mit seinem Flieger

          Zum dritten Mal in drei Monaten: Heiko Maas hat wieder Ärger mit einem Flieger der deutschen Bundeswehr. Bei seiner Reise nach Bulgarien hatte der deutsche Außenminister mehr als eine Stunde Verspätung, weil ein Triebwerk nicht ansprang.
          Werner Bahlsen

          Bahlsen gibt Fehler zu : „Es muss alles auf den Tisch“

          Der Bahlsen-Verwaltungsratsvorsitzende kündigt an, dass die Geschichte des Unternehmens fundiert aufgearbeitet werden soll. Was seine Tochter gesagt habe, sei falsch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.