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Rosenkrieg der McCartneys : Die Schöne ist das Biest

Nicht im guten Einvernehmen: Paul und Heather McCartney Bild: dpa

Die Scheidung von Paul McCartney und Heather Mills ist in Großbritannien der Aufreger der Saison in den Boulevardblättern. Er: ein Schläger? Sie: eine Lügnerin? Die Indiskretionen sind eine juristische Sensation.

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          Hätte Paul McCartney mal auf einem Ehevertrag bestanden, als er 2002 die 25 Jahre jüngere Heather Mills heiratete. Seine erwachsenen Kinder, die das Ex-Model angeblich nie leiden konnten, sollen ihn dazu gedrängt haben. Nicht einmal die Braut höchstselbst sei abgeneigt gewesen, schenkt man ihrer Schwester Glauben. Auf Heather Mills-McCartneys Homepage klärt Fiona Mills auf: "In Wirklichkeit hat Heather Paul gesagt, daß sie gerne bereit sei, einen Ehevertrag zu unterschreiben. Aber er wollte das nicht, weil er es unromantisch fand. Abgesehen davon, wußte er, daß es völlig unnötig ist."

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Yesterday . . .

          Hätte Paul McCartney auf einem Ehevertrag bestanden, Großbritannien müßte diesen Herbst wahrscheinlich auf auflagensteigernde, schmierige Details in dieser Jahrhunderttrennung verzichten, die als bisher teuerste Ehescheidung in der Geschichte des Landes gehandelt wird. Nicht nur der Boulevard, auch die seriöse Presse kolportiert fast täglich neue Wendungen in dem Fall. Immerhin ist nicht nur ein Vermögen von geschätzten 825 Millionen Pfund im Spiel (1,23 Milliarden Euro), sondern auch, mit Sir Paul, eine Art englisches Nationalheiligtum. Vor etwa zehn Tagen wurden den Medien geheime Scheidungsunterlagen zugespielt. Seitdem gilt die Akte McCartney-McCartney auch in Juristenkreisen als Sensation.

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          When I'm 64:

          Bei Bekanntgabe der Trennung im Mai hatte das Paar noch behauptet, man gehe freundschaftlich auseinander, und es sah so aus, als würde in erster Linie ein musikhistorisch bedeutsames Datum leiden. Der Ex-Beatle mußte seinen 64. Geburtstag Ende Juni ohne eine Frau an seiner Seite feiern, die mit ihm gealtert wäre, wie er es sich in seinem berühmten Song von 1967 gewünscht hatte. Als kurz darauf jedoch die Namen der hinzugezogenen Anwälte bekannt wurden, zeichnete sich ab, daß die ehemaligen Partner einander längst als erbitterte Gegner empfanden. Plötzlich drängten sich Parallelen zum bisher aufsehenerregendsten Scheidungskampf der Insel auf - dem Charles-Diana-Drama.

          Das Personal:

          Fiona Shackleton, Anwältin von Paul McCartney, Senior Partner bei der renommierten Kanzlei Payne Hicks Beach. Sie gilt als eine der besten Londoner Familienrechtlerinnen und wird wegen ihres Verhandlungsstils gerne als "stählerne Magnolie" bezeichnet. Als Rechtsbeistand von Prince Charles erreichte sie vor zehn Jahren, daß Diana auf ihren königlichen Titel verzichtete. Kollegen sagen: "Sie ist so gut, sie muß nicht einmal gemein werden."

          Ihr Gegenspieler im Auftrag von Heather Mills, Anthony Julius, wird wegen seines glänzenden Rufs auch "Genius" genannt. Er hat für Prinzessin Diana die stolze Abfindung von 17 Millionen Pfund ausgehandelt. Da der Anwalt aus der Kanzlei Mishcon de Reya allerdings in erster Linie als Medienfachmann gilt, spekulieren Kollegen, ob er noch einen Spezialisten hinzuziehen wird.

          Außerdem mit von der Partie: Nicholas Mostyn, der Jurist mit dem anerkannt größten Geschick und Erfolg vor Gericht. "Mister Payout" hat in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, daß Ehefrauen vermögender Männer in England bei der Scheidung mit astronomischen Summen rechnen können. Jetzt hat ihn Fiona Shackleton für Paul McCartney angeheuert - ein mehr als geschickter Schachzug.

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