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Roncalli-Chef zu Steinbrück : „Ein Zirkusclown ist kein Depp“

  • Aktualisiert am

„Ein Zirkusclown ist kein Depp“, sagt Zirkusdirektor Bernhard Paul Bild: dpa

Der Zirkusdirektor Bernhard Paul hat Peer Steinbrücks Äußerung kritisiert, bei der Wahl in Italien hätten zwei Clowns gewonnen. „Clown ist ein ehrenwerter Beruf“, sagte Paul.

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          Zirkusdirektor Bernhard Paul hat kein Verständnis für den Clown-Vergleich von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. „Ein Zirkusclown ist kein Depp, den man auf eine Stufe mit Berlusconi stellt“, sagte der Chef des Circus Roncalli. „Clown ist ein ehrenwerter, ganz schwieriger, sensibler, künstlerischer Beruf“, sagte der Österreicher, der selbst seit 36 Jahren ein gefeierter Clown ist. In einem offenen Brief will der 65 Jahre alte Paul seinem Ärger über die Bemerkung des SPD-Spitzenpolitikers Luft machen.

          Steinbrück hatte am Dienstag angesichts des Wahlausgangs in Italien gesagt: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Damit bezog er sich auf den ehemaligen TV-Komiker Beppe Grillo und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano sagte daraufhin ein geplantes Treffen mit dem SPD-Kandidaten ab.

          Für das Publikum sei der Clown eine tröstliche Figur, sagte Paul. „Das ist ein Mensch, der in der Tradition der Commedia dell’ Arte die Menschen zum Lachen bringt, ohne sie dabei zu einem Opfer zu machen.“ Und es sei ein pazifistischer Beruf - denn wer lache, sei nicht mehr in der Lage, Böses zu tun. „Wie kann man das vergleichen mit Bunga-Bunga?“, fragte der Zirkusdirektor. Unter dem Stichwort Bunga-Bunga sind die Eskapaden des langjährigen italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi bekanntgeworden.

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