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„Rock am Ring“ : Stürmischer Start in der Eifel

Rock am Ring: Dramatisches Wetter gehört zur Eifel Bild: dpa

Das Festival macht seinem Ruf alle Ehre: Zehntausende Fans feiern am Freitag den Auftakt von „Rock am Ring“ – bei ungemütlichem Wetter. Mit Spannung erwartet wird vor allem das Comeback der Band „Die Ärzte“.

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          Am Ring wird wieder gerockt. Bei stürmischem Wetter, Temperaturen unter der 20-Grad-Marke und in der Erwartung eines möglichen heftigen Gewitters im Laufe des Abends hat am Freitagnachmittag das traditionsreichste deutsche Musik-Festival am Nürburgring begonnen. Die Veranstalter rechneten zuletzt zwar nicht mit einem ausverkauften „Rock am Ring“, aber zusammen mit dem Parallel-Open-Air „Rock im Park“ in Nürnberg mit mehr als 150.000 Zuschauern an den drei Festival-Tagen. Auf dem Programm stehen 75 Bands und Interpreten auf drei Bühnen, Headliner sind in diesem Jahr die Bands Die Ärzte, Tool und Slipknot sowie die Rapper Materia und Casper, die das Freiluft-Event am Sonntagabend beschließen sollen.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Festival-Standort in der Eifel ist geradezu berüchtigt für sein unbeständiges Wetter – und so mussten die Besucher, von denen gut 35.000 Fans bereits am Mittwoch zur Rennstrecke gereist waren, das erste heftige Gewitter schon vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung überstehen und eine ungemütliche Nacht mit Sturmböen, kräftigem Regen und Blitzeinschlägen über sich ergehen lassen. Die Veranstalter hatten schon am frühen Abend vor dem heraufziehenden Unwetter gewarnt. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte sind sie auf Wetterkapriolen vorbereitet und haben die Fans zuletzt unter dem Hashtag #Eifelwetter darauf aufmerksam gemacht, das Regenjacken und Gummistiefel beim Festival in der Eifel immer zur Standardausrüstung gehören sollten.

          Das Open-Air am Fuß der Nürburg ist der Klassiker unter den deutschen Festivals. Impresario Marek Lieberberg hat es vor mehr als 30 Jahren ins Leben gerufen und zum größten und bekanntesten Musik-Festival im Land gemacht. Seit 1985 hat er Jahr für Jahr die Größen des Rockgeschäfts und Zehntausende Fans in die Eifel und zum Schwester-Festival nach Nürnberg gelockt – und dabei auch immer wieder brenzlige Situationen überstanden: abgehobene Superstars, uneinsichtige Zuschauer, Gluthitze, schwere Wolkenbrüche mit Verletzten, ein von den damaligen Eigentümern der Rennstrecke erzwungenes, zweijähriges Exil auf dem alten Heeresflugplatz im Eifelstädtchen Mendig und schließlich vor zwei Jahren sogar einen Terror-Alarm, der zur Räumung des Geländes führte.

          Vor einem Jahr ging das Festival endlich einmal wieder ganz ohne meteorologische oder andere Schwierigkeiten über die Bühne – und darauf hoffen Fans und Veranstalter auch diesmal. Im Mittelpunkt sollen die Comebacks gleich einer ganzen Reihe von bekannten Bands stehen – vor allem die „Rückkehr“ der Berliner Punkrock-Band Die Ärzte, die nach sechsjähriger Pause eine neue Studioplatte aufgenommen haben und nun zum ersten Mal wieder live zu sehen sind. Viele Jahre mussten die Fans aber auch auf die neuen Alben und Live-Auftritte der amerikanischen Progressive-Metal-Band Tool und der Alternative-Rocker Alice in Chains und The Smashing Pumpkins warten – am Ring und im Park dürften sie deshalb ebenfalls zu den Höhepunkten des diesjährigen Line-ups gehören.

          Abschied können die Fans dagegen von der kalifornischen Thrash-Metal-Band Slayer nehmen. Die stilprägenden Musiker um Frontmann Tom Araya befinden sich gerade auf ihrer letzten Welttournee und haben die Auflösung der Gruppe nach mehr als 38 Jahren angekündigt. Eine gewisse Unsicherheit bestand gestern über den Auftritt der amerikanischen Band Slipknot am späten Sonntagabend: Sänger Corey Taylor hatte seine Fans über Twitter nämlich wissen lassen, ihm sei während seiner Gesangsübungen wegen der hohen Töne der linke Hoden geplatzt.

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