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Interview mit Professor : Wie hat sich Robert Lewandowski als Student gemacht?

Bayern-Star als Bachelor: Robert Lewandowski ist jetzt Uni-Absolvent. Bild: AFP

Robert Lewandowski durfte seine Bachelorarbeit über sich selbst schreiben. Wir haben mit Marek Rybiński gesprochen, einem von seinen Prüfern: „Wir alle hatten bei der Prüfung unsere Nationaltrikots an“, verrät er. Im Anzug kam nur einer.

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          Am vergangenen Sonntag traf der Kapitän der polnischen Fußballnationalmannschaft, Robert Lewandowski, zum 3:2 im WM-Qualifikationsspiel gegen Montenegro (Endstand 4:2), am Montag bestand er seinen Bachelor an der Warschauer Sporthochschule mit Auszeichnung. Allerdings ist ihm die Universität durchaus entgegengekommen: Der Bayern-Stürmer durfte seine Abschlussarbeit über sich selbst schreiben. Wir haben mit Marek Rybiński gesprochen, einem von Lewandowskis Prüfern.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Professor Rybński, was hat Robert Lewandowski vergangene Woche erreicht?

          Er hat die erste Etappe geschafft, seinen Bachelor im Bereich Training und Management. Die nächste und letzte Etappe ist der Magister, dafür würde er noch zwei Jahre brauchen, dann hätte er das höchste Diplom als Sportmanager. Ich werde demnächst mit Robert sprechen, ob er weiterstudieren möchte.

          Lewandowski hat in seinem Job ja nicht eben wenig zu tun. Wie oft hat er es überhaupt geschafft, an der Uni vorbeizuschauen?

          Für Robert war es schwierig, weil er so viel gearbeitet hat. Als Fußballprofi erst bei Borussia Dortmund, dann bei Bayern München und als polnischer Nationalspieler hat er einen vollen Terminkalender mit Meisterschafts-, Pokal- und Länderspielen. Zum Glück kann man an unserer Universität über eine Internetplattform zahlreiche Fächer online studieren. Wenn es um praktische Abschlüsse ging, ist er nach Warschau gekommen. Dafür hat dann er seine Urlaubstage geopfert.

          Wie hat sich denn Lewandowski als Student gemacht?

          Für sein Studium hat er zehn Jahre gebraucht. Aber in der Zeit hat er mitgeholfen, uns für die Europameisterschaften 2012 und 2016 zu qualifizieren und nun für die WM 2018. Seine Arbeit hatte Priorität, und wir haben ihm geholfen, sie mit dem Studium zu verbinden, und ihm ein individuelles Programm zusammengestellt.

          Sie haben zum Beispiel den Termin seiner Abschlussprüfung um zwei Tage verschoben.

          Am Donnerstag hat Polen gegen Armenien 6:1 gewonnen, und hätte Dänemark unentschieden gegen Montenegro gespielt, wären wir da schon qualifiziert gewesen; dann hätte Robert seine Arbeit schon am Samstag verteidigen können. Weil aber Dänemark gewonnen hat, haben wir den Prüfungstermin auf Montag verschoben, damit Robert für das Spiel am Sonntag in Warschau gegen Montenegro den Kopf frei hatte.

          Ganz so viel Vorbereitung auf die Prüfung hat er vielleicht auch gar nicht gebraucht: Das Thema seiner Arbeit war schließlich er selbst.

          Genau. In seiner Arbeit mit dem Titel „RL9 – Der Weg zum Ruhm“ (die 9 ist Lewandowskis Rückennummer in Verein und Nationalteam, d. Red.) geht es um seine ganze Karriere. Vom kleinen Jungen, der im Hof kickt, über die Jugend bis zum Profispieler. Er zeigt, was man träumen, wie man sich motivieren und trainieren muss, um eines Tages das Nationaltrikot tragen zu können.

          Andere Studenten könnten das ungerecht finden. Ich dürfte bei Ihnen vermutlich keine Arbeit über mich selbst schreiben.

          Sagen wir es so: Robert Lewandowski ist Polens bester Fußballspieler, er hat in 91 Länderspielen 51 Tore geschossen, und er ist ein Vorbild für die Jugend. Außerdem hat er nicht über sich geschrieben, sondern über den Spieler Robert Lewandowski. Das ist ein feiner Unterschied.

          Einer von Lewandowskis Prüfern: Professor Marek Rybinski
          Einer von Lewandowskis Prüfern: Professor Marek Rybinski : Bild: WSEWS

          Und wie lief die Prüfung genau ab?

          Im Hauptteil, in der ersten halben Stunde, haben wir Robert Fragen gestellt, die er beantworten musste. Der zweite Teil war dann sehr angenehm und nett: Da gab es Autogramme und Fotos, und es wurden Erinnerungen ausgetauscht.

          Ich nehme an, das ist auch für Sie selbst eine ungewöhnliche Prüfung gewesen.

          Alle vier Mitglieder der Prüfungskommission sind am Sonntag beim Spiel im Stadion gewesen, und am Montag wollten wir Robert überraschen: Wir alle hatten bei der Prüfung unsere Nationaltrikots an. Robert kam im Anzug und wir in den Trikots. Aber das ist eine Ausnahme gewesen, normalerweise machen wir so etwas nicht.

          Die Fragen stellte Jörg Thomann.

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