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Störende Schüler : Willst du im Raum bleiben?

Marcia Wilhelmi ist Klassenlehrerin einer dritten Klasse an der Grundschule an der Robinsbalje in Bremen.

Nicole Jonas, Frankfurt

Wir sind Klassenlehrer an einer Förderschule für sozial-emotionale Entwicklung. In unserer Klasse sind fünf Viertklässler und fünf Fünftklässler. Alles Jungs, obwohl wir keine Jungenschule sind. Die Kinder, die zu uns kommen, sind durch alle Regelsysteme gefallen. Manche müssen auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden oder Medikamente nehmen. Natürlich haben die Schüler auch bei uns Probleme, sich angemessen zu verhalten. Aber dazwischen gibt es auch Gutes, und das belohnen wir. Dazu haben wir ein Belohnungssystem entwickelt, bestehend aus Kreidesternen an der Tafel. Sterne gibt es für mündliche Mitarbeit, für gutes Verhalten im Unterricht und in den Pausen, für gutgemachte Hausaufgaben und für diverse zusätzliche Sachen: wenn man daran gedacht hat, von zu Hause den Klebestift mitzubringen, wenn man anderen hilft, wenn man sein selbstgesetztes Wochenziel erreicht hat.

Moritz Arnecke, Frankfurt

Am Ende des Schultags muss sich jeder Schüler selbst einschätzen und sagen, wie viele Sterne er verdient hat. Der „Tagesmanager“, also ein Mitschüler, geht an die Tafel und schreibt die Sterne auf. Er fragt aber auch die anderen Schüler, ob sie Einwände gegen die Selbsteinschätzung des jeweiligen Mitschülers haben. So ist es ein sich selbst regulierendes System. Für jeden Stern bekommen die Schüler dann am Ende des Schultags ein Gummibärchen. Und am Ende der Woche wird ein Sternchensieger ermittelt, dessen Foto wird unter eine Krone an die Wand gehängt. Wenn man dreimal Sternchensieger war, bekommt man einen Hausaufgabengutschein. Bei schwerer Gewalt sanktionieren wir natürlich auch, also, wenn Kinder andere in der Pause gezielt schlagen oder treten. Die Schüler dürfen dann eine Weile lang keine Sternchen mehr sammeln und nicht mehr am Gruppentisch sitzen. Bei schwerwiegenden Auseinandersetzungen kommt es zu Ordnungsmaßnahmen nach dem Schulgesetz. Das kommt etwa einmal im Monat vor in unserer Klasse. Grundsätzlich versuchen wir aber, erwünschtes Verhalten durch Lob, Zuwendung und Belohnung zu verstärken.

Nicole Jonas und Moritz Arnecke von der Hermann-Luppe-Schule in Frankfurt.

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