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Requiem für einen Herzog : Carl Herzog von Württemberg beigesetzt

In Altshausen: Diane Herzogin von Württemberg, Witwe von Carl Herzog von Württemberg (Mitte) wird von Herzog Wilhelm von Württemberg nach der Trauerfeier für Carl Herzog von Württemberg aus der Schloss- und Pfarrkirche St. Michael begleitet. Bild: dpa

Carl Herzog von Württemberg ist in Altshausen beigesetzt worden. Unter den Trauergästen waren auch der Großherzog von Luxemburg und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

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          Der Sarg Carl Herzogs war geschmückt mit der gelben Wappenfahne des Hauses Württemberg. Die schwarzen Hirschstangen darauf waren schon von Weitem zu sehen. Am Samstag haben fast 1000 Trauergäste bei einem Requiem in der Schlosskirche Sankt Georg im oberschwäbischen Altshausen Abschied von Carl Herzog von Württemberg genommen. Unter den Gästen befanden sich der Großherzog von Luxemburg, Prinz Ferdinand von Hohenzollern, der Herzog von Bayern, der Herzog von Bragança aus Portugal und Fürst Albert von Thurn und Taxis.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am Freitag war der Sarg von vier Pferden des Marbacher Gestüts durch das Altshauser Ried zum Marktplatz gebracht worden. Am Requiem nahmen auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretsch­mann (Grüne), Innenminister Thomas Strobl, der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel (beide CDU) sowie Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) teil. Carl Herzog von Württemberg war am 7. Juni im Alter von 85 Jahren nach längerer Krankheit in der Oberschwabenklinik in Ravensburg gestorben.

          Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, würdigte die Lebens­leistung des ehemaligen Oberhaupts des Hauses Württemberg: Die Grundhaltung des Adeligen sei es gewesen, Menschen zu helfen. „Furchtlos und treu steht im Wappen des Hauses Württemberg.“ Nicht zuletzt dieser Leitsatz, sagte Fürst, habe die Willenskraft des Herzogs geprägt. Mit großer Herzlichkeit, seinem Sinn für Kunst und Ästhetik sei er ein Mann gewesen, der allen Menschen geholfen habe, die Hilfe benötigt haben, „soweit es möglich war“. Der Herzog galt als volksnah und gesellschaftlich engagiert: Seinen 70. Geburtstag feierte er auf dem Marktplatz von Altshausen; als der Tsunami 2004 die Küsten Indonesiens zerstörte, ließ Herzog Carl spontan eine Million Euro an Spenden sammeln, weshalb ihn die „Schwäbische Zeitung“ den „charmantesten Bettler“ im Land nannte.

          Bischof Fürst sagte, der Herzog sei in seinen letzten Lebensjahren „fast ge­brochen durch die Trauer für seinen Sohn Herzog Friedrich“ gewesen; er war im Jahr 2018 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Friedrich war eigentlich als Nachfolger vorgesehen: Jetzt wird es Carls 27 Jahre alter Enkel Wilhelm. Nach der Trauerfeier wurde der Herzog in der Familiengruft der Schlosskirche beigesetzt.

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