https://www.faz.net/-gum-9frok

Rekordfund im Schwarzen Meer : 2400 Jahre altes intaktes Schiffswrack entdeckt

  • Aktualisiert am

Das im Schwarzen Meer geborgene Schiffswrack ist etwa 400 vor Christus erbaut worden, vermuten die Forscher. Bild: HO / Black Sea MAP/EEF Expeditions / AFP

Der Fund könnte das bisherige Wissen über die Seefahrt verändern: Forscher sind am Boden des Schwarzen Meeres auf ein gut erhaltenes Wrack gestoßen. Sie vermuten, es könnte etwa um 400 vor Christus gesunken sein.

          1 Min.

          Wissenschaftler des Black Sea Maritime Archaeology Projects (MAP) haben mutmaßlich eines der ältesten intakten Schiffe im Schwarzen Meer entdeckt. Laut den Forschern könnte es bereits vor rund 2400 Jahren vor der Küste von Bulgarien gesunken sein und blieb seitdem unentdeckt. Die Radiokohlenstoffdatierung einer kleinen Probe habe bestätigt, „dass es das älteste der Menschheit bekannte intakte Schiffswrack ist“, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung. Zunächst berichteten der „Guardian“ und die „Daily Mail“ über den Fund.

          Das etwa 23 Meter lange Schiff sei womöglich von den Griechen erbaut worden, teilten die Forscher dem „Guardian“ mit. Das schließen die Wissenschaftler unter anderem aus dem Design des Schiffes. Mast, Ruder sowie Ruderbänke seien noch alle vorhanden und gut erhalten. Der Fund könnte das Verständnis von Schiffsbau und Seefahrt der Antike verändern, so Forschungsleiter Jon Adams. Derartige Schiffe seien bislang nur auf griechischen Keramiken zu sehen gewesen.

          Bergen wolle man das Schiff vorerst aber nicht, auch über die mögliche Ladung ist noch nichts bekannt. Das Meer sei an der Fundstelle mehr als zwei Kilometer tief, so Adams. Weitere Einzelheiten sollen jedoch im Lauf der Woche vorgestellt werden.

          Artefakte überdauern dank anoxischer Wasserschichten im Schwarzen Meer deutlich länger und besser als in anderen Gewässern. In diesen Schichten liegt Sauerstoff nur in gebundener Form vor, beispielsweise aus Kohlenstoffdioxid, Nitrat oder Sulfat. Wegen dieser Sauerstoffarmut werden organische Überreste wie Holz nicht vollständig zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert.

          Das MAP kartiert den Boden des Schwarzen Meers. Dazu nutzen die Forscher Sonar-Messtechniken und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge für die Tiefsee. Mehrere Universitäten sind an dem Projekt beteiligt. Rund 60 Wracks unterschiedlichen Alters wurden seitdem entdeckt.

          Weitere Themen

          Mann stirbt nach Bärenattacke

          Slowakei : Mann stirbt nach Bärenattacke

          In einem slowakischen Waldstück ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. Nach Angaben der Polizei ist er von einem Bären getötet worden.

          Kollision in der Luft?

          Schweizer Flugzeugabstürze : Kollision in der Luft?

          Am Samstag sind im Schweizer Kanton Graubünden zwei Flugzeuge abgestürzt. Weil die Wracks nur einen Kilometer voneinander entfernt gefunden wurden, wird nun ermittelt, ob ein Zusammenhang besteht.

          Topmeldungen

          0:1 gegen Frankreich : Deutscher EM-Fehlstart mit Verve

          Mats Hummels trifft – ins eigene Tor: Beim 0:1 gegen Frankreich überzeugt die Einstellung von Joachim Löws Team. Die Niederlage der Deutschen zeigt aber auch, was zur Klasse der Franzosen fehlt.
          Innenansicht des „IBM Quantum System One“

          Quantencomputer vorgestellt : Rechnen mit kleinsten Teilchen

          Bei Stuttgart steht der erste kommerziell nutzbare Quantencomputer in Europa. Die Forschung verspricht sich von ihm bahnbrechende Ergebnisse, die Industrie kräftige Impulse.
          Von Mazar nach Calw: Brigadegeneral Ansgar Meyer, Kommandeur des letzten deutschen Afghanistankontingents

          Ansgar Meyer : Ein Außenseiter für das KSK

          Brigadegeneral Ansgar Meyer hatte in seiner langen Karriere mit dem KSK lange nichts zu tun. Dennoch übernimmt er nun den Eliteverband. Oder gerade deshalb.
          „Ich fühle mich absolut wunderbar“: Eine unabhängige Journalistin widersprach den Aussagen von Roman Protassewitsch während der Minsker Inszenierung.

          Propaganda in Belarus : „Ich glaube Ihnen nicht“

          Das Lukaschenko-Regime in Belarus benutzt den inhaftierten Journalisten Roman Protassewitsch weiter für seine Propaganda-Inszenierungen. Doch in den öffentlichen Vorführungen regt sich nun auch Widerspruch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.