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Neue Ära in Japan : Naruhito besteigt den Chrysanthementhron

Japans neuer Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako Bild: AFP

Japan hat einen neuen Kaiser. Naruhito hofft auf das Glück des Landes und den Weltfrieden. Amerikas Präsident Donald Trump verspricht, die freundschaftlichen Bande zu Japan zu erneuern.

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          Japan hat einen neuen Kaiser. Am Mittwochmorgen überreichten Palastbedienstete in einer Zeremonie ohne Worte Kaiser Naruhito die Regalien. In seinen ersten Worten als Kaiser sagte Naruhito, er sei von einem Gefühl der Feierlichkeit ergriffen. Er schwor, gemäß der Verfassung zu handeln und seine Verantwortung als Symbol der Nation und der Einheit des Volkes zu handeln.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Vor dem Palast standen hunderte Japaner und Touristen Schlange, um am Eingangstor ein Erinnerungsfoto zu machen. Befragt von Journalisten, äußerten viele Japaner für die neue kaiserliche Ära den Wunsch nach Frieden und wirtschaftlicher Besserung. Seit Mittwoch lebt Japan im Jahr eins der Reiwa-Ära. Reiwa bedeutet „schöne Harmonie“.

          Naruhito zeigte in seiner kurzen Ansprache Dankbarkeit für die Leistung seiner Eltern in den vergangenen drei Jahrzehnten. „Ich hoffe aufrichtig für das Glück des Volkes und weiteren Fortschritt für das Land, und für den Weltfrieden“, sagt Naruhito. Die japanische Dynastie gilt als die älteste der Welt und führt sich auf den mythischen Kaiser Jimmu zurück, der ab 660 vor Christus regiert haben soll.

          Regalien übergeben

          Technisch war der 59 Jahre alte Naruhito schon um Mitternacht Kaiser geworden, nachdem sein Vater Akihito am Dienstag abgedankt hatte. Die feierliche Zeremonie aber fand am späten Vormittag im Palast statt und wurde vom Fernsehen übertragen. Im ersten Teil der Zeremonie wurden Naruhito im Beisein der politischen Staatsspitzen und des Kabinetts die Regalien übergeben, ein heiliges Schwert und heilige Krummjuwelen. Zusammen mit einem Spiegel symbolisieren sie den Thron. Ihre mythische Herkunft führt sich auf die Sonnengöttin Amaterasu zurück, nach den shintoistischen Mythen die Ahnfrau der kaiserlichen Dynastie.

          Mit dem Empfang der Regalien, des privaten Siegels und des Staatssiegels wurde Naruhito zum Kaiser. Als einzige Frau war – neben einer weiblichen Palastangestellten – Ministerin Satsuki Katayama anwesend. Weibliche Mitglieder des Kaiserhauses durften nicht teilnehmen, weil Japan eine weibliche Thronfolge nicht zulässt.

          Zeremonie zunächst ohne Frauen

          Naruhito war so nur flankiert von seinem jüngeren Bruder Fumihito (Prinz Akishino) und seinem Onkel Masahito (Prinz Hitachi). Fumihito steht auf Rang eins in der Thronfolge, er wird im kommenden Jahr offiziell zum Kronprinzen ernannt werden. Der 82 Jahre alte Masahito, der jüngere Bruder des emeritierten Tenno Akihito, steht in der Thronfolge auf Platz vier. Der 12 Jahre alte Hisahito, Sohn von Fumihito und Neffe des Kaisers, war nicht anwesend. Er steht in der Thronfolge zwar auf Rang zwei, ist aber noch nicht volljährig.

          In einer zweiten Zeremonie vor 266 geladenen Gästen aus der Politik waren dann auch die Damen des Kaiserhauses zugelassen. Kaiserin Masako trug ein weißes bodenlanges Kleid, eine Schärpe und eine Tiara. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, Japan blicke zu dem neuen Kaiser auf. Er sei entschlossen, in dem sich schnell ändernden internationalen Umfeld für ein stolzes Japan eine helle Zukunft zu schaffen, die friedlich und voller Hoffnung sei, sagte Abe.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump gehörte aus der Ferne zu den ersten Gratulanten und erklärte, er wolle die starken Bande der Freundschaft zwischen beiden Ländern erneuern. Trump wird Ende Mai als erster ausländischer Staatsgast mit dem neuen Kaiser zusammentreffen.

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