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Nach Tod von Otto Warmbier : Agentur stoppt Nordkorea-Reisen für Amerikaner

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Otto Warmbier ist am Montag gestorben. Nach Angaben der Ärzte hatte der 22-Jährige während der Haft in Nordkorea schwere Hirnverletzungen erlitten. Bild: Reuters

Die Reiseagentur, mit der Otto Warmbier nach Nordkorea geflogen ist, nimmt mögliche Besuche für amerikanische Touristen aus ihrem Programm. Dennoch sei die Diktatur weiter einer „der sichersten Orte der Welt“.

          Nach dem Tod des Studenten Otto Warmbier nimmt die von ihm genutzte Reiseagentur Nordkorea-Besuche für amerikanische Touristen aus dem Programm. Das Risiko sei „zu groß geworden“, teilte das in China ansässige Unternehmen Young Pioneer Tours am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. „Wir werden für US-Bürger keine Reisen mehr nach Nordkorea organisieren.“

          Die Reiseagentur mit Sitz im chinesischen Xian war 2008 von einem britischen Auswanderer gegründet worden. Als einer der wenigen Anbieter organisierte sie Tauch- und Radtouren in Nordkorea. Young Pioneer Tours warb damit, abenteuerlustige Touristen an Orte zu bringen, „von denen deine Mutter dich fernhalten will“, darunter Nordkorea und der Iran.

          „Wie sicher ist Nordkorea? Extrem sicher!“ Screenshot von der Young Pioneer Tours-Homepage vom Montag.

          Das abgeschottete kommunistische Land bewirbt die Agentur aber auch am Dienstagmorgen noch als „einen der sichersten Orte der Welt“ für Touristen aus den meisten Ländern. Die Antwort auf die Frage: „Wie sicher ist Nordkorea?“ wurde auf der Homepage nur leicht angepasst. Noch am Montag begann sie mit den Worten „Extremely safe!“ Diese zwei Worte wurden gestrichen, der Text beginnt jetzt so: „Auch wenn Sie anderes gehört haben, ist Nordkorea für Menschen aus den meisten Ländern wahrscheinlich einer der sichersten Orte der Welt, wenn Sie sich an die Regeln halten, die wir Ihnen erklären.“

          Ergänzt wurde am Ende der Antwort, dass Verstöße gegen Gesetze „sehr streng“ geahndet werden könnten. Amerikanische Reisende werde man aber nicht mehr nach Nordkorea bringen, heißt es dann auch hier: Das Risiko sei wegen „schwerer, ungerechtfertigter Konsequenzen“ für einen amerikanischen Inhaftierten zu groß. 

          Warmbier war im März 2016 wegen des angeblichen Diebstahls eines Propaganda-Posters und „Verbrechen gegen den Staat“ zu 15 Jahren Arbeitslager in Nordkorea verurteilt worden. Vergangene Woche wurde der Student aus „humanitären Gründen“ freigelassen und in Amerika ausgeflogen. Am Montag starb er. Nach Angaben der Ärzte hatte der 22-Jährige während der Haft schwere Hirnverletzungen erlitten.

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