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Widerstand gegen Trump : Rebellen im Weißen Haus oder Fake News?

  • Aktualisiert am

Gibt es eine Widerstandsgruppe im Weißen Haus? Bild: AP

Donald Trump will einen Krieg mit dem Iran provozieren: Das wird auf einem Twitter-Account behauptet, hinter dem angeblich Insider aus dem Weißen Haus stecken. Trump-Gegner glauben die Behauptungen gerne.

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          „Sie sehen beschissen mit dieser Krawatte aus. Schauen Sie sich die Krawatten an, die ich verkaufe! So sollte man aussehen, wenn man für mich arbeitet.“ Redet der amerikanische Präsident Donald Trump so mit seinen Mitarbeitern? Ja, zumindest wenn man dem Twitter-Account @RoguePOTUSStaff glaubt. Die Betreiber behaupten, selbst im Weißen Haus zu sitzen und veröffentlichen seit dem 26. Januar angebliche Insider-Informationen über die Politik von Donald Trump.

          Es geht dabei nicht nur um den Umgang mit Mitarbeitern, sondern auch um existenzielle Dinge: Krieg und Frieden. So twitterte @RoguePOTUSStaff: „Es wird überlegt, wie man es schaffen kann, dass der Iran eine bestimmte Linie überschreitet, die es dem Präsidenten dann erlaubt, militärisch aktiv zu werden.“ Trump sei sich außerdem sicher, dass Russland an der Seite von Amerika gegen den Iran kämpfen werde. Ein Nutzerin auf Twitter schrieb dazu: „Ich hoffe wirklich, das ist nur Fiktion. Denn wenn das echt ist, haben wir große Probleme.“

          Wer steckt also hinter diesem Account? Laut Selbstbeschreibung: „Das inoffizielle Widerstandsteam im Weißen Haus.“ Über 620.000 Twitter-Nutzer folgen @RoguePOTUSStaff mittlerweile, und ein großer Teil ist überzeugt davon, dass die Nachrichten echt sind. Blogger feiern die vermeintlichen Rebellen und versuchen Beweise vorzubringen, die belegen, dass der Account echt ist. So seien schon mehrmals exklusiv Informationen veröffentlicht worden, die sich später als richtig herausgestellt hätten.

          Zum Beispiel sei die Absage des Treffens von Trump mit dem mexikanischen Präsidenten zuerst von @RoguePOTUSStaff veröffentlicht worden, heißt es in einem Blog, der sich schon öfter dem Vorwurf der Verbreitung von „Fake News“ ausgesetzt sah. Und auch in diesem Fall liegt er falsch. Tatsächlich twitterte Trump am 26. Januar um 15:55 Uhr (MEZ): „Wenn Mexiko die Mauer nicht zahlt, ist es vielleicht besser, das Treffen abzusagen.“ Der entsprechende Tweet von @RoguePOTUSStaff wurde erst 15 Minuten später veröffentlicht. Darauf angesprochen, antwortete @RoguePOTUSStaff: „Das stimmt, der Präsident ist einfach verdammt schnell mit seinem Twitter-Finger.“

          Die Menschen hinter dem Account versuchen gar nicht erst, zu beweisen, dass sie wirklich im Weißen Haus sitzen und daraus berichten. Das sei viel zu gefährlich, erklären sie. Konfrontiert mit dem Vorwurf, keine wirklich belastbaren Exklusiv-Informationen zu liefern, wird von dem Account geantwortet: „Wir sehen uns nicht als Informanten, sondern als Kommentatoren.“

          Das stimmt aber auch nicht, da dauernd Informationen veröffentlicht werden, die exklusiven Nachrichtenwert hätten, würden sie denn stimmen. Zum Beispiel, dass Trump überlege, wie er einen Krieg mit dem Iran provozieren könne. Oder dass er gesagt habe, dass er Meryl Streep wegen eines kritischen Auftritts am liebsten verhaften wolle. Oder dass er im Weißen Haus auf der Suche nach jemandem mit „Photoshop skills“ sei, der die Bilder der Vereidigung etwas aufhübschen könne.

          Das alles sind keine Kommentare zu bekannten Fakten, sondern vermeintliche Insider-Informationen. Und dass Trump persönlich durchs Weiße Haus rennt und jemanden sucht, der Bilder fälschen kann, hört sich dann doch eher nach der Vorstellung von Trump-Gegnern an, als nach der Realität. Für viele journalistische Kommentatoren ist der Account deswegen der Beweis, dass es auch im Lager der Trump-Gegner genügend Menschen gibt, die alles glauben, was in ihr Weltbild passt, obwohl sonst meistens Trump-Unterstützern vorgeworfen wird, auf „Fake News“ oder „Alternative Facts“ hereinzufallen.

          @RoguePOTUSStaff erwidern auf solche Vorwürfe von Journalisten, dass sie ja nur wütend seien, weil sie ihre Identität  nicht herausfänden. Journalisten werden schon in der Selbstbeschreibung des Accounts davor gewarnt, die Identität der Menschen hinter dem Konto zu überprüfen. „Wir werden jeden blocken, der versucht, uns zu identifizieren (auch die Presse).“ Zweiflern wird stattdessen empfohlen: „Folgt uns doch einfach nicht.“ Dafür glauben aber offenbar zu viele Menschen gerne daran, dass es im Weißen Haus eine Widerstandsgruppe gegen Trump gibt. Ein Follower schreibt ganz offen: „Das ist mein absoluter Lieblings-Twitteraccount. Völlig egal, ob er echt ist oder nicht.“

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