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Rebecca Immanuel : „Ich bin wie ein waches, rühriges Eichhörnchen"

Rebecca Immanuel beim Fotoshooting auf einem Berliner Spielplatz Bild: Julia Zimmermann

Schauspielerin Rebecca Immanuel über die Zeit nach „Edel & Starck“, die Geburt ihres Kindes und ihre neue Leichtigkeit.

          5 Min.

          Frau Immanuel, wie oft denken Sie an "Edel & Starck", Ihre erfolgreiche Anwaltsserie bei Sat.1?

          Mein Leben unterteilt sich wirklich in die Zeit vorher und nachher. Das war so eine tolle Arbeit. Wenn ich erkältet bin, lege ich mich aufs Sofa und werfe eine Folge ein: Dieser leichte Charme hat etwas Belebendes.

          Fühlen Sie sich manchmal heute noch, sechs Jahre später, wie Ihre damalige Figur, die Rechtsanwältin Sandra Starck?

          Ich weiß nicht, ob ich Ihre Frage richtig verstehe. Meinen Sie, ob ich Sandra Starck in mir wiedererkenne?

          Ich dachte, dass eine so besondere Rolle wie diese scharfzüngige schöne Anwältin einen langfristig prägt und begleitet.

          Ich bin ein sehr lebendiger, ausdrucksstarker Mensch, wie Sandra Starck. Aber die Figur war durchsetzungsfreudig, fast aggressiv. Diese Härte ist nichts, was mich persönlich ausmacht. Und wenn man so viel und schnell hintereinander dreht, mit genialen Drehbüchern und einem so tollen Team, entstehen magische Momente. Manchmal dachte ich hinterher: Abgefahren, ich wusste gar nicht, dass ich so spielen kann.

          Sind Sie manchmal wehmütig?

          Natürlich wünsche ich mir, genau so eine tolle Sache wieder drehen zu dürfen in dieser liebevollen Qualität. Ich schätze Achtsamkeit, Respekt und Loyalität im Miteinander, und ich liebe das bei der Arbeit. Nicht nur im Team, sondern auch in den Geschichten, die man erzählt, dem Publikum gegenüber.

          Wie ist das, wenn sich Anspruch und Erfolg mit Mitte dreißig kaum mehr toppen lassen?

          Wie in der Liebe. Wenn man als junger Mensch das Glück hatte, tief lieben zu dürfen, meint man, das sei einzigartig. Aber wenn man die zwanzig überschritten hat, wird man feststellen, dass es danach noch andere genauso kostbare Menschen gibt.

          Finden Sie denn, Ihr Talent, Ihre Professionalität ist seither angemessen gefragt gewesen?

          Ich selbst habe mich zurückgezogen und viel weniger gedreht, als mir angeboten wurde. Am Ende von "Edel & Starck" kamen zwei Sachen zusammen. Zum einen brauchte ich wirklich Zeit, um loszulassen und Abschied zu nehmen, wie nach dem Ende einer Liebe. Zur gleichen Zeit ist aber auch meine PR-Agentin gestorben. Sie war sehr jung, sie hat mich aufgebaut und unterstützt, und sie hat für ihren Beruf gebrannt. Nach einem durchgearbeiteten Wochenende ist sie Montagmorgen nicht mehr aufgewacht. Da stand für mich die Frage im Raum: Wozu machst du das eigentlich? Was ist dir wirklich wichtig?

          Rebecca Immanuel: „Ich habe mein Leben komplett entschleunigt und Dinge getan, wo ich Nachholbedarf hatte.“

          Und?

          Ich habe mein Leben komplett entschleunigt und Dinge getan, wo ich Nachholbedarf hatte.

          Zum Beispiel?

          Ich habe in Italien Italienisch gelernt. Ich bin auf den Malediven geschnorchelt. Ich war auf Island, wo ich gerne leben würde. Und ich bin den Jakobsweg gegangen, zu Fuß, von jenseits der Pyrenäen bis Santiago. Mein Herz wird noch jetzt ganz warm, wenn ich darüber rede. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Menschen mit strahlenden Augen gesehen. Ich habe in Skandinavien ein bisschen Kunsthandwerk studiert. Ich habe ehrenamtlich als Tierpflegerin gearbeitet und ein Praktikum in einer Kunstglaserei gemacht. Außerdem habe ich mich weitergebildet und viele Kommunikationstrainings gemacht.

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