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Raumfahrt : Thomas Reiter: Marathon-Mann für die ISS

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Marathon-Mann fürs All: Thomas Reiter Bild: picture-alliance / dpa

Thomas Reiter steht vor einer Rekord-Mission. Der deutsche Astronaut ist erster Anwärter der Esa für einen Langzeitaufenthalt auf der ISS. Reiter würde dabei einen neuen Europarekord im All aufstellen.

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          Vermutlich noch in diesem Jahr wird erstmals ein deutscher Astronaut auf eine Langzeitmission zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen: Thomas Reiter werde „wahrscheinlich“ in der zweiten Jahreshälfte starten, sagte der Chef der Europäischen Raumagentur Esa, Jean-Jacques Dordain, nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus der ganzen Welt im kanadischen Montréal. Falls es im Oktober 2005 nicht klappe, könne die Mission auch im April 2006 abheben, ergänzte Esa-Sprecher Franco Bonacino am Donnerstag in Paris.

          Der genaue Starttermin zur ISS hängt vor allem davon ab, wann die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flüge wieder aufnimmt. Die für die Versorgung der Raumstation wichtigen Flüge waren nach dem Absturz der Nasa-Raumfähre Columbia im Februar 2003 gestoppt worden. Bislang planen die amerikanischen Raumfahrer eine Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge für den Zeitraum zwischen dem 12. Mai und dem 3. Juni.

          „Äußerst professionell“

          Der 46jährige Reiter sei ein „äußerst professioneller Astronaut“, sagte der Sprecher des Europäischen Astronautenzentrums (EAC) in Köln, Jean Coisne. Mit seiner ISS-Mission werde er den bisherigen Halter des Europarekordes für Langzeitaufenthalte im All, den Franzosen Jean-Pierre Haigneré, entthronen. Haigneré hatte sich 1999 insgesamt 188 Tage in der früheren russischen Raumstation Mir aufgehalten. Der aus Frankfurt am Main stammende Reiter hatte bereits 1995/96 eine 179tägige Mission auf der Mir absolviert.

          Esa-Chef Dordain sprach von Fortschritten bei den Verhandlungen mit den amerikanischen und russischen Partnern. Er hatte sich in der vergangenen Woche in Moskau aufgehalten, um mit der russischen Raumagentur Roskosmos über die ISS-Mission zu sprechen. Im April soll ein russisches Sojus-Raumschiff zu einer Zehn-Tages-Mission zur ISS aufbrechen, an der sich auch der italienische Astronaut Roberto Vittori beteiligt. Die Esa hat keine eigenständigen Projekte der bemannten Raumfahrt, sondern schließt sich für solche Missionen mit internationalen Partnern zusammen.

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