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Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat. Bild: Thomas Rabsch/laif

Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.

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          Im August gingen sie auf einer Straße in Dortmund-Wickede aufeinander los, dreißig Leute, vor den Augen der Polizei. Zwei schlugen zu, es wurde unübersichtlich, die Beamten setzten Reizgas ein, stellten die Personalien von acht der Beteiligten fest und entdeckten in einem Gebüsch eine „Hiebwaffe“. 265.000 Menschen haben die Schlägerei gesehen, im Nachhinein, auf Youtube. Dort ist ein Video, das die Eskalation zeigt, weiterhin abrufbar. Sein Titel lautet: „Eskaliert: Salah Saado – Schlägerei wegen Kollegah und Samarita“: Drei Namen, ein Konflikt.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Kollegah und Samarita sind zwei verfeindete Rapper, Saado gilt als Oberhaupt eines libanesischen Familienclans und spätestens seit jenem Tag im August als neuer „Rücken“ von Kollegah. Als „Rücken“ werden in der Szene die Beschützer von Rappern bezeichnet, die oft kriminell sind und an dem Musikgeschäft verdienen. In dem Video ist zu sehen, wie Kollegahs neuer Schutzherr Saado mit ein paar Begleitern einer größeren Gruppe breit gebauter Männer gegenübersteht. Saado wird geschlagen, schlägt zurück, dann brechen Tumulte aus. Anwohner hatten wohl schon die Polizei gerufen, als die Männer noch diskutierten. Nach dem zweiten Schlag griffen die Beamten ein. Kollegahs Feind Samarita sagte in einem Interview später, die Männer, die Saado gegenüberstanden, seien sein Vater und dessen „sehr, sehr gute Freunde“ gewesen. Und: „Wir sind keine Leute, die die Polizei rufen.“ Warum auch? Sein Vater soll Mitglied der Rockergruppe Bandidos sein.

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