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Rapper beleidigt Polizisten : Fler vorübergehend festgenommen

So cool blieb er am Sonntag nicht: Als zwei Berliner Polizisten seinen Ausweis sehen wollten, verlor Rapper Fler die Fassung. Bild: Picture-Alliance

Als zwei Polizisten den Rapper Fler kontrollieren wollen, beschimpft er diese übel. Die Berliner Polizei wehrt sich auf Twitter – und unterstellt dem Musiker Werbung für sein neues Album.

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          Der Rapper Fler war am Sonntag in seinem weißen Mercedes S 63 AMG unterwegs, als ihn zwei Polizisten in Berlin-Zehlendorf anhielten und zum Aussteigen zwangen. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky heißt, wurde ausfällig. „Du Fanboy, du Fanboy“, rief er dem einen der beiden Beamten unzählige Male entgegen. „Du fährst mir hinterher, weil du mich halt kennst.“ Er warf dem Polizisten vor, neidisch zu sein, weil er wohl selbst gerne Rapper geworden werde. Und er beleidigte ihn ein ums andere Mal, unter anderem als „Schwanz“.

          Gefilmt hat diese Szenen offenbar die Freundin des Musikers. Am Montag tauchten sie dann im Internet auf, veröffentlicht unter anderem von einem Redakteur des „Tagesspiegels“. Sie zeigen, wie die Beamten die Beschimpfungen stoisch hinnahmen. Erst eine später hinzugekommene Polizistin bot dem Treiben und dem Filmen Einhalt. Fler wurde vorübergehend festgenommen. Am Montag äußerte der Rapper auch seine Sicht der Dinge. Der „B.Z.“ sagte er: „Meine Art war vielleicht überzogen, aber nach den Schikanen der letzten Zeit war ich sehr aufgebracht.“ Die beiden Polizisten hätten gewusst, wer er sei. Deshalb habe er seinen Ausweis nicht zeigen wollen. Zudem zeigte Fler ein Schreiben, das beweisen soll, dass er seit Ende Juni eine gültige Fahrerlaubnis besitze. Nur habe er diese eben noch nicht abgeholt.

          Eine Berliner Polizeisprecherin widerspricht dieser Darstellung des Musikers: Fler sei angehalten worden, weil bekannt sei, dass er keinen gültigen Führerschein besitze. Die Polizisten hätten zudem Anzeige wegen Beleidigung erstattet. Auf Twitter sprach die Berliner Polizei am Dienstag von „viel Hype um eine rechtmäßige Polizeikontrolle“ und von einer „PR-Aktion“. Der Vorwurf gründet darauf, dass Fler am Montag, einen Tag nach der vorübergehenden Festnahme, das Erscheinen eines neuen Albums ankündigte.

          Die Beamten hätten „Ruhe bewahrt“, lobte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin. Falls sie härter eingegriffen hätten, wäre eine Debatte über Polizeigewalt hochgekocht. Jendro beklagt eine allgemein „zu lasche Rechtsstaatlichkeit“. Nicht nur bei prominenten Rappern, sondern auch bei ganz normalen Bürgern sinke die Hemmschwelle immer weiter.

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