Vorwürfe gegen Till Lindemann : Shelby Lynn legt Widerspruch bei litauischer Polizei ein
Nachdem am vergangenen Wochenende die litauische Polizei angekündigt hatte, nicht gegen Till Lindemann zu ermitteln, hat die Nordirin Shelby Lynn Beschwerde eingereicht. Das sagte die 24-Jährige der „Welt“. Sie habe schriftlich Widerspruch eingelegt, sagte Lynn der Zeitung. Außerdem habe sie um Akteneinsicht gebeten. Sie sei „völlig irritiert“ von dem Vorgehen der litauischen Polizei.
Der F.A.Z. hatte die litauische Polizei am Dienstag mitgeteilt, man habe sich gegen Ermittlungen entschlossen, weil es „keine Hinweise auf ein Verbrechen“ gegeben habe. Die endgültige Entscheidung darüber, wie weiter verfahren werde, werde aber die Staatsanwaltschaft treffen. Es sei ihnen nicht möglich, weitere Details preiszugeben. Auf die Nachfrage, ob Lynns Beschwerde eingegangen sei, erhielt die F.A.Z. bis Mittwochmittag keine Rückmeldung.
Fünf Stunden Vernehmung mit der litauischen Polizei
Shelby Lynn hatte zuvor das Vorgehen der litauischen Polizei immer wieder kritisiert. Sie hatte angegeben, die Polizei am Tag nach dem Konzert kontaktiert zu haben mit dem Verdacht, eine Substanz ohne ihr Wissen verabreicht bekommen zu haben. Die Polizei habe sie nicht vernehmen wollen und ihr gesagt, sie solle vorher einen Drogentest machen. Lynns Angaben zufolge fiel ein privater Drogentest aus der Apotheke negativ aus. Es ist allerdings bekannt, dass K.-o.-Tropfen nur bis zu zwölf Stunden nach Einnahme noch nachweisbar sind.
Länger befragt wurde Lynn dann erst, als sie wieder in ihrer Heimat war. Sie gibt an, fünf Stunden von der litauischen Polizei vernommen worden zu sein, die Zeitung „Welt am Sonntag“ soll dabei gewesen sein. Die litauischen Behörden bestätigten eine Vernehmung.
Shelby Lynn hatte Ende Mai als Erste Vorwürfe gegen Till Lindemann und seine Gehilfin Alena Makeeva erhoben. Sie gab an, auf einer After-Show-Party der Band Rammstein möglicherweise unter Drogen gesetzt worden zu sein. Sie hatte von Erinnerungslücken und großem Unwohlsein berichtet, obwohl sie nicht viel getrunken hätte. Auf Instagram und Twitter hatte sie Bilder von großen Hämatomen gezeigt, die sie nach dem Abend gehabt haben soll, ohne sich erinnern zu können, woher die Blessuren stammten. Außerdem hatte sie berichtet, dass Till Lindemann sie zum Geschlechtsverkehr aufgefordert hatte und sie Nein gesagt habe. Lindemann habe demnach ihr Nein akzeptiert, soll aber wütend geworden sein. Über seine Anwälte ließ Lindemann verlauten: „Die Vorwürfe sind ausnahmslos unwahr.“
