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Ralph Caspers im Gespräch : „Ich mein’ alles so, wie ich es sage“

  • Aktualisiert am

„Ich reiß mir das T-Shirt hoch und schlag mit beiden Händen auf den Bauch“: Ralph Caspers. Bild: Pilar, Daniel

Ralph Caspers moderiert die „Sendung mit der Maus“, „Wissen macht Ah!“ und anderes. Da kann es schon mal vorkommen, dass er erklärt, wie man elegant eine Erektion verbirgt. Denn Caspers findet: Jüngere Menschen sind jünger, aber doch nicht blöd.

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          Herr Caspers, Sie tragen eine gestrickte Krawatte, das hätte ich nicht erwartet.

          Ich bin heut’ leger.

          Und was tragen Sie, wenn Sie nicht leger sind?

          T-Shirt, Sonnenbrille mit geschliffenen Gläsern, weil das gemütlicher ist als eine normale Brille, und sehr oft auch angeklebte Bärte. Aber nur privat.

          Mir ist aufgefallen, dass Sie selten ohne Ironie auskommen, wenn Sie Interviews geben, insbesondere, wenn Sie die Fragen blöd finden. Könnten Sie versuchen ...

          Das ist aber ’ne Unterstellung.

          Nein, im Ernst: Geht das eigentlich auch ohne Ironie bei Ihnen, oder müssen Sie dann zu viel von sich preisgeben?

          Das war gar nicht ironisch gemeint eben. Ironie ist ja, wenn man das Gegenteil von dem meint, was man sagt, aber ich mein’ alles genau so, wie ich es sage. (Zum Fotografen:) Oh Gott, sie greift sich schon an den Kopf. Das wird ein schwieriges Interview (seufzt).

          Ich weiß eben nicht, ob ich Ihnen glauben soll, dass Sie mit angeklebtem Bart zu Hause rumlaufen.

          Vor zehn Jahren hatte ich in meinem alten Personalausweis sogar ein Foto von mir mit einem angeklebten Bart.

          Der wurde Ihnen genehmigt?

          Ja. Ich hab einfach ganz normal geguckt.

          Also, wir halten fest: Sie laufen zu Hause mit angeklebten Bärten rum.

          Manchmal.

          Und was sagen dann Ihre Kinder?

          Die fragen: „Was soll denn das?“ Und ich sag’ dann: „Sieht doch super aus.“

          Und Ihre Frau?

          Die sagt gar nichts mehr, wenn ich mir Bärte anklebe.

          Mit angeklebtem Bart: Ralph Caspers´ Foto aus dem alten Personalausweis
          Mit angeklebtem Bart: Ralph Caspers´ Foto aus dem alten Personalausweis : Bild: privat

          Kommen die Ideen zu Ihren Sendungen zum Teil von Ihren Kindern?

          Ja, aber weniger. Die meisten denke ich mir selbst aus. Mich inspiriert alles. Das kann ein Glas Wasser sein, wo kein Wasser drin ist (guckt auf ein leeres Glas), oder was, was zu Hause passiert. Einfach alles, das ganze Leben.

          Gucken Ihre Kinder Ihre Sendungen?

          Ja, die dürfen nichts anderes gucken.

          Kriegen Sie dann von denen Feedback?

          Ja, die sagen dann: „Das hast du wieder total toll gemacht, Vater.“ Oder: „Da musste ich lachen, als du das gemacht hast, Vater.“ Die erste Handbewegung, die sie von mir gelernt haben, war – (tut so, als würde er in der Nase bohren und als würde er seinem Gegenüber den imaginären Popel dann an den Blazer schmieren). Mit so was wachsen die auf, und deshalb sind die perfekt geeignet, um sich solche Sendungen anzugucken.

          Sind die eigentlich gut erzogen?

          Total. Wir sind sehr, sehr strenge Eltern.

          Also, die würden so was jetzt nicht bei ihrer Klassenlehrerin machen und sagen: „Das ist bei uns zu Hause so“?

          Das weiß ich nicht. Wir haben die Kinder so erzogen, dass sie einen freien Willen haben und das tun, wonach ihnen ist.

          Die Freunde Ihrer Kinder, finden die das komisch, wenn sie Sie das erste Mal sehen?

          Weiß ich nicht. Ich bin ja nicht immer dabei, wenn die reden. Aber meine Kinder fanden es im Kindergarten komisch, dass die anderen Kinder keine Väter haben, die im Fernsehen sind.

          Auf Youtube kann man sehen, wie Sie erklären, wie man elegant eine Erektion verbirgt. War das Ihre eigene Idee?

          Ja.

          Wie kommt man auf so ein Thema?

          (Grinst.) Autobiographische Gründe. Ich denke, wir alle kennen das. Na ja, oder von den dreien, die hier im Raum sind, vielleicht nur zwei. Aber das ist, total gemein von der Natur, so eingerichtet. Bei Männern ist das immer peinlich. Also muss man wissen, wie man mit so einer Situation umgeht.

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