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Radlegende Thurau : „Man darf Ullrich nicht fallen lassen“

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Jan Ullrich fährt 1997 auf der zehnten Etappe der 84. Tour de France den Schlussanstieg in den Pyrenäen zum Ziel in Andorra hinauf. Bild: dpa

Der ehemalige Radrennfahrer Dietrich Thurau gibt dem Radsportverband eine Mitschuld an Jan Ullrichs Lage. Der ehemalige Radstar ist mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung.

          Der zweimalige Vize-Weltmeister Dietrich Thurau ist schockiert von den Ereignissen um den früheren Radstar Jan Ullrich. „Meines Erachtens hilft nur eins: Ulle muss sofort in eine geschlossene Anstalt, damit er nicht mehr frei draußen rumläuft. Der ist so unter Strom, der weiß gar nicht mehr, was er macht, glaube ich. Sonst endet das alles böse“, sagte Thurau dem Kölner „Express“ (Samstagsausgabe).

          Es sei „alles nicht mehr normal, was der macht“, sagte Thurau, der 20 Jahre vor Ullrichs Tour-Sieg 15 Tage lang das Gelbe Trikot durch Frankreich getragen hatte: „Das kommt nur durch das Kokain und die ganzen Drogen, die er sich reinhaut, und durch den Alkohol.“

          Für Thurau steht fest, dass Ullrich allein aus der Spirale nicht mehr rauskommt: „Der hat sich völlig fallenlassen und ist total in die verkehrten Kreise reingerutscht. Der hat mit Prostituierten und Zuhältern zu tun, die ihm das Kokain besorgen. Wenn der in eine normale Klinik geht, dann geht das immer so weiter. Von selbst packt der das nicht mehr. Der hat gar keinen Ehrgeiz dazu.“

          „Es ist zum Heulen“

          Thurau ruft dazu auf, Ullrich „irgendwie“ zu helfen: „Man darf ihn nicht fallen lassen, dann ist es ganz aus.“ Früher sei Ullrich vom Verband bejubelt worden: „Und heute sieht man von denen keinen mehr. Es ist zum Heulen.“

          Ullrich war am Freitagmorgen in Frankfurt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an einer Prostituierten vorläufig festgenommen worden. Das bestätigten Staatsanwaltschaft und die Polizei Frankfurt. Am Abend konnte er das Polizeipräsidium aber verlassen. Nach Angaben der Polizei befindet sich Ullrich mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung. Dies habe die Polizei angeordnet, nachdem Ullrich sich zunächst geweigert habe, in ein Auto zu steigen, um das Polizeipräsidium zu verlassen.

          Der Vorfall hatte sich in einem Nobelhotel im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zugetragen. Dort hatte sich Ullrich mit der Prostituierten getroffen, dabei sei es laut Staatsanwaltschaft zum Streit gekommen. Die 31-Jährige habe sich befreien und die Polizei informieren können, Ullrich habe gegen seine Festnahme Widerstand geleistet. Später habe er die Aussage verweigert.

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