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Herzblatt-Geschichten : Einfach mal Rücken kriegen

Wie süß: Queen Elizabeth streichelt einen ihrer Corgi-Hunde vor fast 20 Jahren. Heute trauert sie um einen ihrer kleinen Gefährten. Bild: dpa

Klatsch und Tratsch: Der Boulevard weiß, wie man Geschichten verkauft. Dann schaut es so aus, als trauere Queen Elizabeth nicht um einen ihrer Hunde, sondern um ein wichtiges Familienmitglied.

          Immer wieder verblüffend, welch erschütternde Geschichten die Yellow Press aufdeckt, die andere einfach übersehen haben. „Familien-Drama – Sie weint um ihren geliebten Gefährten – Queen Elizabeth – Die Trauer bricht ihr das Herz“, wehklagt Neue Post auf ihrer Titelseite und zeigt neben einem großen Bild der Queen ein kleines, das ihren Gatten Philip mit einem Hündchen zeigt. Wer sich nun fragt, wie Neue Post die Nachricht von Philips Ableben exklusiv haben kann, der kennt die Klatschblätter schlecht: Verschieden ist nicht der Prinzgemahl, sondern einer von Elizabeths Corgis, Holly mit Namen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Okay, könnte man jetzt sagen, ein Foto von Philip zu zeigen führt ein wenig in die Irre, aber immerhin ist ja auch der Hund zu sehen. Nur: Es ist gar nicht der Hund. Das Bild nämlich stammt aus dem Jahr 1975, und da Holly leider mit dreizehn Jahren starb und nicht mit über vierzig, ist an ihrer Statt ein unbekannter Vorgänger von ihr zu sehen. Da es sich bei Holly überdies um eine Hundedame handelt, hätte eine halbwegs korrekte Schlagzeile verkünden müssen, Elizabeth weine um „ihre geliebte Gefährtin“. Was bei der Leserschaft freilich den Eindruck hätte erwecken können, die Queen habe eine Mätresse gehabt.

          Eine solche ist Alice Keppel gewesen, unter anderem von König Eduard VII., und laut einem Zeitungsbericht soll sie sich auch als Prostituierte verdingt haben. Weil Alice außerdem die Urgroßmutter von Herzogin Camilla ist, strickt das Echo der Frau daraus eine Titelstory: „Kate – Triumph über Camilla – Ja! Jetzt wird sie Königin“. Während Camilla nämlich ein „pikantes Geheimnis“ – die flotte Uroma – habe, seien Kate und William „skandalfrei. Schlüpfrige Geschichten sucht man in ihrer Vergangenheit vergeblich.“ Da übersiehst du, Echo der Frau, freilich die Tatsache, dass Eduard VII. der Urgroßvater von Charles war – und der wiederum der Vater von William. Sieht also danach aus, als gebe es für die britische Krone gar keinen moralisch unbedenklichen Kandidaten.

          Mälzers Feiertagsrezept: Einfach mal (k)rumliegen

          Dauerhaft unbesetzt könnte auch der Thron in Thailand bleiben. Kronprinz Vajiralongkorn, 64, legt nach dem Tod seines Vaters erst mal ein Trauerjahr ein; vorerst regiert, wie Bunte weiß, „Prem Tinsulanonda, 96, als Prinzregent“ – möglicherweise ja so lange, bis sich der wilde Vajiralongkorn die jugendlichen Hörner abgestoßen hat. Bunte bringt derweil neue Schelmereien des Wahlbajuwaren ans Tageslicht: „Im bayerischen Sandharlanden pflückte der Prinz Erdbeeren vom Feld. Dafür rauschte er mit zehn Kleinbussen und zwei Limousinen samt Hündchen Foo Foo an.“ Doch ein naturverbundener Prinz, der mit den eigenen adligen Händen Mutter Erdes Früchte erntet, was soll daran so schlimm sein? Und was die Kleinbusse und Limousinen angeht: Vielleicht hat er die ja gebraucht, weil er ganz, ganz viele Erdbeeren gepflückt hat.

          Fernsehkoch Tim Mälzer: Einfach mal durch den Wald joggen und sich einen Bänderriss zuziehen?

          Uns wäre das ja zu viel Plackerei, außerdem geht das auf den Rücken. Das allerdings gilt auch für andere Beschäftigungen, wie Fernsehkoch Tim Mälzer weiß. Vom Echo der Frau befragt, wie für ihn der „perfekte freie Tag“ aussehe, antwortet er: „Einfach mal nichts machen und Rückenschmerzen vom Herumliegen bekommen – herrlich!“ Da können wir uns lebhaft vorstellen, wie für Mälzer ein perfekter Sporttag aussieht: mal richtig schön durch den Wald joggen und sich einen Bänderriss zuziehen – wunderbar! Oder der perfekte Arbeitstag: ganz viel kochen und sich ordentlich die Pfoten am Topf verbrennen – klasse!

          Recht aktiv scheint momentan auch Oliver Pocher zu sein, der kostümiert diverse Veranstaltungen aufsucht – nicht, auch wenn das naheliegend wäre, als Horrorclown, sondern als Arzt. In dieser Rolle beehrte er die Party einer Schönheitsklinik – „und verschwand mit Stewardess Sarah S. (27) in einem Patientenzimmer zu einer privaten Behandlung“, wie Bild berichtet. „Die Operation verlief routinemäßig ohne Komplikationen. Nach 45 Sekunden war der Eingriff von meiner Seite aus erfolgreich beendet“, gab Pocher später zu Protokoll, und womöglich war auch die Patientin ganz froh, dass sie die Sache so schnell überstanden hat. Wobei es bei sämtlichen Eingriffen Oliver Pochers gewiss von Vorteil ist, dass er – jedenfalls auf uns – eine enorm anästhesierende Wirkung hat.

          Barbara Becker: Bizeps ohne Durchsetzungsvermögen

          Eine ganz andere Form, sich abzureagieren, hat Barbara Becker gewählt, wenn sie sich mit Sohn Elias in die Haare gerät. „Inzwischen gehe ich aus dem Zimmer und mache auch mal zehn Liegestütze, wenn es schwierig wird. Ich lenke mich einfach ab, ehe ich das Gespräch noch einmal neu beginne“, erzählt sie Bunte. Schlaue Methode: Nach dem zwanzigsten Mal hört der Bengel dann zwar vielleicht noch immer nicht, aber dafür hat Mama einen super Bizeps.

          Bastian Schweinsteiger (l.) mit Frau Ana Ivanovic in Paris: Ist ein Kind auf dem Weg?

          Nachwuchsfreuden, spekuliert Die Aktuelle, könnten auch Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger ins Haus stehen: „Im Freundeskreis erzählt man sich jedenfalls schon ein süßes Geheimnis: Sollte es ein Junge werden, dürfte ihr Baby nach dem Markusdom in Venedig genannt werden: ,San Marco‘. Wir wissen ja, der Basti ist ein Riesen-Fan der Lagunenstadt...“ San Marco Schweinsteiger, das wäre wirklich entzückend. Und noch entzückender wäre es, wenn uns die Venedig-Fans Basti und Ana eines Tages ihre Großfamilie vorstellen würden: San Marco, Lido, Santa Maria della Salute und die niedliche kleine Gondola.

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