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Pyjama-Party : Quatschen, giggeln, Schokolade essen

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Bett, Pyjama, Hausschuhe – die Grundausstattung für eine gelungene „slumber party“ mit den Freundinnen. Bild: Getty

Schlafanzug, Zahnbürste und Kuscheltier – Pyjama-Partys erinnern an die Kindheit. Aber machen sie auch mit Mitte 30 noch Spaß? Unsere Autorin hat es ausprobiert.

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          Wer kann sich noch daran erinnern? Aufgeregt und voller Vorfreude haben wir Schlafanzug, Zahnbürste und Kuscheltier in unseren Rucksack gepackt. Mama hat uns zur besten Freundin gefahren, bei der wir übernachten durften. Zum Abendessen haben wir uns Würstchen mit Pommes gewünscht, was es sonst nur beim Kindergeburtstag gab. Nach dem Essen haben wir unseren Lieblingsschlafanzug angezogen, und es gab als große Ausnahme noch Schokolade – nach dem Zähneputzen. Wir haben uns in die fremd riechende Bettdecke gekuschelt und gequatscht und gekichert: über den Tag, die Schule, Freunde und was uns sonst noch in der Schule bewegt hat.

          Als Kind war die Pyjama-Party, die Übernachtungsparty oder auch die Mitternachts-Party, wie Hanni und Nanni, die beiden Buchheldinnen von Enid Blyton es im Internat nennen, immer ein großes Abenteuer. Im Pyjama mit den besten Freundinnen auf dem Bett sitzen, stundenlang quatschen, giggeln, Gummibärchen und Schokolade essen, so viel man möchte, gemeinsam einschlafen, ohne es wirklich zu merken, und am nächsten Morgen mit zerzausten Haaren und ein wenig müde nebeneinander aufwachen.

          Erwachsene wollen im vertrauten Bett schlafen

          Irgendwann – wahrscheinlich nach dem Studium, wenn man nicht mehr in einer WG wohnt, in der man mit dem Mitbewohner die Nächte durchquatscht – hört das auf. Man zieht in die eigene Wohnung oder mit seinem Partner zusammen, arbeitet viel, hat weniger Zeit. Die Wochenenden sind ständig verplant, irgendwas ist immer, und für Nächte mit Freunden unter einer gemeinsamen Bettdecke und Reden-bis-einer-einschläft fehlt mit Mitte dreißig einfach Zeit und Gelegenheit. Schon gar nicht lässt man sich darauf ein, wenn man in der gleichen Stadt wohnt und sich abends immer ein Taxi nehmen kann. Hinzu kommt, dass man in fremden Betten oder auf der Matratze am Boden einfach nicht mehr so gut schlafen kann wie früher.

          Das bestätigt auch Schlafforscher Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin: „Wir schlafen an einem ungewohnten Ort erst einmal oberflächlicher und schlechter, das ist genetisch in uns drin.“ Kinder dagegen trügen noch ein Grundvertrauen in sich. Sie schliefen mit ihrem Lieblingskuscheltier an jedem Ort gut, so Weeß. „Wenn wir älter werden, ein wenig kränkeln, Rückenschmerzen haben, dann wollen wir in unserem gewohnten Bett schlafen. Auch werden wir im Alter schamhafter und entwickeln eher eine Abneigung, das Bett zu teilen.“ Zudem seien wir, was hygienische Dinge betrifft, sensibler geworden, als das noch als Kind oder Jugendlicher der Fall war, so der Schlafmediziner.

          Los geht es nach Feierabend

          Aber trotz aller erwachsenen Bedenkenträgerei, vergessen haben wir die Nächte nicht, die von Leichtigkeit getragen waren und immer auch etwas Geheimnisvolles und leicht Verbotenes hatten, weil die Eltern in dieser Welt außen vor waren. Wie würde es sich heute anfühlen? Mit Mitte 30, Freundinnen einladen, die Nacht durchmachen, obwohl und gerade weil man weiß, dass man am nächsten Morgen früh aufstehen und ins Büro gehen muss? Der Spaß besiegt die Vernunft. Slumber party reloaded.

          Um 19 Uhr, direkt von der Arbeit, kommen meine drei Freundinnen vorbei. Jede hat sich was Gemütliches zum Anziehen mitgebracht, und als Erstes verschwinden alle im Bad, um sich für den Abend zu stylen: Die lustigen bunten Kinderpyjamas, an die sich jeder noch gut erinnert, haben wir zwar nicht mehr an, aber karierte Pyjamahose, bequeme Jogginghose und ein langes Flanellhemd sind an diesem Abend unsere Outfits für die Nacht. Schminken muss man sich auch nicht. Und die Haare? Unwichtig. Und tatsächlich: In diesem Outfit und ohne Make-up sehen wir uns doch alle eher selten, höchstens mal beim Sport.

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