https://www.faz.net/-gum-9juq6

Puma-Bezwinger über kampf : „Das wäre eine ziemlich beschissene Art zu sterben“

  • Aktualisiert am

Travis Kauffman während einer Pressekonferenz in Colorado. Er schildert seine Begegnung mit einem Puma. Bild: AP

Vor wenigen Tagen wurde Travis Kauffman beim Joggen von einem Puma attackiert. Der Amerikaner rettete sich, indem er das Tier erwürgte. Nun hat er erstmals über seinen Kampf ums Überleben gesprochen.

          2 Min.

          Der amerikanische Jogger, der Anfang Februar in einem blutigen Ringkampf einen Puma tötete, hat in seinen ersten öffentlichen Äußerungen zu dem Vorfall in Colorado den Kampf mit dem Raubtier als Kampf um Leben und Tod beschrieben. „Einer der Gedanken, die ich hatte, war: ’Das wäre eine ziemlich beschissene Art zu sterben’“, sagte Travis Kauffman am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

          „Es geriet in jeder Hinsicht zu einem Kampf ums Überleben“, fügte der 31 Jahre alte Mann hinzu. Der Vorfall hatte sich am 4. Februar ereignet, als Kauffman im Bundesstaat Colorado auf einer Lauftour durch den Wald war. „Ich hörte ein paar Tannennadeln hinter mir rascheln, hielt an und drehte mich um“, sagte Kauffman. Da habe er den Puma auf sich zurennen sehen.

          „Seine Kiefer rammten sich in meine Hand“

          Wie es Wanderern in der freien Natur in Amerika beigebracht wird, hob Kauffman die Arme und schrie, um das rund 16 Kilogramm schwere Raubtier abzuschrecken. „Leider rannte es weiter und dann stürzte es sich auf mich und ... seine Kiefer rammten sich in meine Hand und mein Handgelenk“, erzählte der eher schmal gebaute Mann. Im Kampf rollten der Puma und Kauffman einen Weg hinab.

          Schließlich gewann Kauffmann die Oberhand, wie er schilderte. Der Puma habe auf dem Rücken gelegen, und er habe die Hinterbeine mit seinen Füßen fixieren können. Dann habe er dem Puma mit einem Stein auf den Schädel geschlagen, sei auf seinen Hals gesprungen und habe dem Tier die Luft abgedrückt.

          Nach ein paar Minuten habe er gedacht, mit dem Puma sei es vorbei – „aber dann griff er weiter an“ und habe ihm einige weitere Kratzer zugefügt. Nach ein paar weiteren Minuten habe der Puma „sich endlich nicht mehr gerührt“. Der gesamte Kampf dauerte laut Kauffman etwa zehn Minuten. Danach habe er gefürchtet, dass ihm weitere Pumas auflauerten.

          Der 31 Jahre alte Mann traf schließlich auf einen anderen Jogger und ein paar Wanderer, die ihm Wasser gaben und ihn in ein Krankenhaus brachten. Dort wurden seine Wunden im Gesicht mit etwa zwei Dutzend Stichen genäht.

          Kauffman sagte rückblickend, der Adrenalinschub und sein Überlebensinstinkt hätten ihm geholfen, die Begegnung mit der Raubkatze zu überstehen. Außerdem sei es ein Glück gewesen, dass er an diesem Tag beim Laufen keine Musik gehört habe.

          Einfach weitermachen

          Dem Radiosender KUNC sagte Kauffman, er habe „keinerlei Rest-Trauma“. Er mache einfach weiter – „das ist meine Persönlichkeit“. Die Behörden lobten, Kauffman habe sich genau richtig verhalten.

          Der Wildhüter Mark Leslie sagte, alle seien „extrem froh, dass dieser Angriff von einem jungen Puma auf einen erfahrenen Läufer verübt wurde, andernfalls würden wir hier wahrscheinlich eine völlig andere Pressekonferenz abhalten“.

          Weitere Themen

          Lippen so weich wie Marshmallows

          Herzblatt-Geschichten : Lippen so weich wie Marshmallows

          Hollywood-Schauspielerinnen geben ihren Kindern kuriose Namen, zwischen Hera Lind und Engelbert Lainer fällt nie ein böses Wort und Linda Thompson erinnert sich an Süßwaren-Küsse von Elvis. Die Herzblatt-Geschichten.

          Tränen in Tokio

          Emotionen bei Rugby-WM : Tränen in Tokio

          Die Nationalhymne als emotionale Härteprüfung: Das Rugby-Fieber der Japaner erreicht im Viertelfinale ungeahnte Höhen. Doch dann schalten die „Springboks“ den WM-Gastgeber aus. Die Trauer ist schier grenzenlos.

          Aus aller Herren Länder

          Mainz 05 : Aus aller Herren Länder

          Mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck kommen acht Mainzer Profis von ihren Nationalteams zurück. Das hebt die Laune bei Trainer Schwarz. Vielleicht beginnt schon in Düsseldorf eine neue Erfolgsgeschichte aus dem Nachwuchsleistungszentrum.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.