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Protagonistin wider Willen : Hilfe, ich bin eine Romanfigur!

Drei Monate verbrachte Anke Schipp in New York. Lange genug, um eine Romanfigur zu werden (Symbolbild). Bild: AFP

Ohne ihr Wissen hat ein Schriftsteller unsere Autorin zur Protagonistin seines Werks gemacht. Erst ist sie geschmeichelt, dann peinlich berührt. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Leseerfahrung.

          5 Min.

          Meinen ersten Auftritt habe ich auf Seite 58. Es klingelt an der Tür.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Ich bin vom Goethe-Institut. Wir haben ein paarmal telefoniert.“

          „Die Praktikantin?“

          „Genau, die nichtsnutzige Praktikantin.“

          Die Praktikantin, das bin ich.

          Vermutlich hätte ich es gar nicht gemerkt. Ein Freund schrieb mir eine E-Mail, ob ich eigentlich wisse, dass ich eine der Hauptfiguren in einem Roman sei. Ich hielt es für einen Scherz. Ich, mit meinem eher durchschnittlichen Leben. Schule, Abitur, Studium, Job, verheiratet, zwei Kinder. Ausgerechnet ich? Noch dazu habe ich einen Beruf, in dem ich über andere Menschen schreibe und sie nicht über mich. Ich fühle mich als Journalistin ganz wohl in der Rolle der Zuhörerin, stelle zurückhaltend meine Fragen und komme mir bereits komisch vor, wenn ich während eines Interviews zu laut lache. Das allerdings sehe ich jetzt in einem anderen Licht, aber dazu später.

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