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Promis auf Entzug : Süchtig nach Luxus

  • -Aktualisiert am

Von der Klinik auf die Partymeile und zurück: Entzug à la Lindsay Lohan Bild: AFP

Stars wie Britney Spears, Lindsay Lohan oder Robbie Williams machen durch ihre Aufenthalte in Entzugskliniken von sich reden. Verzichten müssen sie dort auf kaum etwas. Von Maniküre bis Malunterricht: Die Promis sind bestens umsorgt.

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          Nur die Freiheitsstatue im Vorgarten lässt ahnen, dass die Villa nicht zu den üblichen Multimillion-Dollar-Anwesen Malibus gehört. Vielleicht auch noch der Teich mit den Koi-Karpfen, der japanischen Überlieferung nach Zeichen für Mut, Kraft und Erfolg. Spätestens aber die Liste mit Datum und Uhrzeit, in die sich jeder Besucher eintragen muss, macht den Eindruck einer gewöhnlichen Luxus-Strandvilla hoch über dem Pazifik zunichte. Hinter der imposanten Fassade mit ihren Säulen und Fresken verbirgt sich vielmehr eine der renommiertesten Entzugskliniken Malibus. Wer zu „Passages“ kommt, ist alkohol-, drogen-, sex- oder spielsüchtig - und nicht selten ein Star.

          Seit Britney Spears ein paar Straßen entfernt in der Suchtklinik „Promises“ eingecheckt hat und seit Robbie Williams aus Arizona zurückkehrte, um ebenfalls in Malibu seinen Drogenentzug fortzusetzen, philosophiert ganz Los Angeles über die Kliniken de luxe. Allein in Malibu mit seinen knapp 14.000 Bewohnern gibt es inzwischen mehr als zwei Dutzend ihrer Art. Sie werben mit luxuriösem Ambiente, Meeresblick und tropischen Gärten. Tennisplätze, Swimmingpools und Sonnendecks gehören ebenso zu ihrer Standardausstattung wie Reittherapie und Einzelgespräche zum Aufbauprogramm.

          80.000 Dollar für drei Tage Entzug

          So viel des Guten an einem der schönsten Strände der Welt hat auch seinen Preis. Bei „Passages“ kostet ein dreißigtägiger Aufenthalt fast 60.000, im Einzelzimmer sogar 80.000 Dollar. „Dafür leben die Celebrities hier in familiärer Atmosphäre und fühlen sich so gut aufgehoben wie oft schon seit Jahren nicht mehr“, behauptet Chris Prentiss, der „Passages“ vor sechs Jahren mit seinem Sohn Pax gegründet hat.

          Dauerbedröhnt war gestern: „Promises”-Gast Robbie Williams

          Die Einsamkeit vieler Stars, kombiniert mit der Angst, das Interesse des Publikums genauso schnell wieder verlieren zu können, wie sie es gewonnen haben, lässt seiner Erfahrung nach viele Menschen aus dem Schaugewerbe zur Flasche, Spritze oder Pillendose greifen. „Die Drogen betäuben die Angst, wenn sie zu Hause alleine auf dem Sofa sitzen.“

          Maniküre, Hummer und Surfunterricht

          Obwohl das Programm der Klinik als eines der erfolgreichsten gilt, wird „Passages“ heftig kritisiert. Zu luxuriös sei das Ambiente, zu entspannt die Methode der Klinik. Tatsächlich müssen ihre prominenten Besucher während des Entzugs weder auf die Maniküre noch auf Annehmlichkeiten wie Massagen und Yoga-Klassen verzichten.

          Ganz im Gegenteil. Bei „Passages“ werden sie von Küchenchefin Lisa Stalvey, die einige Jahre in Wolfgang Pucks Nobelrestaurant „Spago“ gekocht und für Paul Newman Salatsaucen angerührt hat, mit Hummer oder Filet Mignon verwöhnt und reiten während des „Unterrichts über den Sinn des Lebens“ die Wellen eines der beliebtesten Surfgebiete.

          Letzte Imagerettung Entzugsklinik?

          Das benachbarte „Promises“ wirbt mit Malkursen und Lindsay Davenports ehemaliger Tennistrainerin. Ein typisches Dreißig-Tage-Programm, das hier vor Britney Spears schon Diana Ross, Robert Downey Jr. und Ben Affleck absolviert haben, kostet etwa 50.000 Dollar. Das „Renaissance“ an einem der wenigen Privatstrände Malibus bekämpft die verschiedenen Abhängigkeiten seiner maximal zwölf Klienten mit der „Weisheit der Urvölker“ oder Tanz- und Musiktherapien, die Körper und Seele vereinen sollen.

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