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Prominente in Malibu : Ein Star kommt selten allein

  • -Aktualisiert am

Keine Pool-Position: Ein Refugium ist auch Barbara Streisands Villa in Malibu nicht mehr Bild: ASSOCIATED PRESS

Matthew McConaughey trommelt nackt, David Evans baut hässliche Häuser, und Mel Gibson führt sich auf, als gehöre die ganze Ortschaft ihm: Die Prominenz von Malibu hat es sich mit ihren Nachbarn gründlich verdorben.

          5 Min.

          In Malibu hängt der Haussegen schief. Seit Wochen schlagen die emotionalen Wellen an dem mehr als dreißig Kilometer langen Pazifikstrand der Nobel-Enklave so hoch, dass viele Bewohner sich in ihrer Fünf-Millionen-Dollar-Villa nicht mehr wohl fühlen. Dabei weiß inzwischen niemand mehr, wie das Ganze eigentlich angefangen hat. Mit Britneys Paparazzi? Oder mit Bob Dylans Dixi-Klo? Vielleicht war es aber auch Matthew McConaugheys dauernackter Oberkörper oder das Ensemble von luxuriösen Bauten, das David Evans, Gitarrist der irischen Band „U2“, seinen neuen Nachbarn vor die Nase setzen möchte.

          Auf jeden Fall stehen die Zeichen in dem sonst idyllischen Küstenort nordwestlich von Los Angeles auf Sturm. Das friedliche Miteinander von Celebrities und ihren nichtprominenten Nachbarn hat in den vergangenen Wochen so gelitten, dass viele die Idylle von Malibu für immer verloren glauben. Ausgerechnet Umweltengel David Evans, der mit Bono und den übrigen Bandmitgliedern von „U2“ seit Jahren im Dienst von Organisationen wie Greenpeace und Amnesty International für Mensch, Tier und Natur aktiv ist, soll dem Frieden endgültig den Garaus gemacht haben. Und bald auch noch die verwunschene Schönheit Malibus auf dem Gewissen haben.

          „Wir dachten, ,U2' will die Welt retten“

          Evans, in der Rockwelt besser bekannt als „The Edge“, möchte nämlich bauen und hat dazu ein Stück Land gekauft, und zwar dort, wo der Küstenort am schönsten ist - in den Hügeln zwischen Latigo Canyon und dem Ortsteil Serra Retreat mit phantastischem Blick über den Pazifik. „Wir dachten, ,U2' will die Welt retten“, beschwert sich seine zukünftige Nachbarin Candace Brown. „Aber wenn es um etwas Kleineres geht, scheint sich die Band nicht mit Ruhm zu bekleckern.“

          Jennifer Aniston wird verfolgt

          Wie Brown und ihre Mitstreiter meinen, sind die Baupläne von „The Edge“ dazu angetan, für alle Zeiten die zum Ozean hin abfallende Hügelkette der Santa Monica Mountains zu verschandeln. Unwiederbringlich würden Ausblicke verbaut, Hügel abrasiert sowie Flora und Fauna vernichtet: „Und all das für ein paar zu groß geratene McMansions.“ Tatsächlich plant der „U2“-Gitarrist gleich fünf Neubauten, für deren Privatsphäre er aber gesorgt hat. Das Areal, das er für rund 15 Millionen Dollar in unmittelbarer Nachbarschaft von „Frasier“-Darsteller Kelsey Grammer und „Titanic“-Regisseur James Cameron erworben hat, entspricht der Größe von mehr als 200 Fußballfeldern. Beobachter glauben daher, dass der Zorn auf Evans weniger mit Kubatur und Ausblick zu tun hat als mit den Freiheiten, die sich immer mehr Prominente gegenüber ihren nichtprominenten Nachbarn in Malibu herausnehmen. Ein Star kommt eben selten allein - sondern umgibt sich meist noch mit einem Tross von Beratern, Helfern, Sicherheitsleuten und Möchtegernfreunden, die der exklusiven Abgeschiedenheit des Küstenstädtchens durchaus abträglich sind.

          Wenn die Mobiltoilette für die Bodyguards stinkt

          Die Früchte des Ruhms à la Hollywood machen auch Cindy und David Emminger zu schaffen. Seit ihr Nachbar Bob Dylan vor einigen Monaten eine Mobiltoilette für seine Bodyguards aufgestellt hat, kämpft das Ehepaar trotz Meeresbrise gegen üble Gerüche. „Ausgerechnet Mr. Bürgerrechte missachtet unsere Bürgerrechte“, klagt David Emminger, dessen Familie inzwischen das Obergeschoss ihres Hauses an Malibus Point Dume geräumt hat. Das blaue portable Klo der Folk-Legende Dylan verströmt giftige Chemiewolken, glauben die Emmingers. Daher haben sie jetzt ein paar Ventilatoren aufgestellt, um Dylans Abluft zumindest gleichmäßig über die Nachbarschaft zu verteilen. Nachdem das Wachpersonal des „Blowin' In The Wind“-Sängers vor kurzem einen Kontrolleur unsanft abgewiesen hat, prüft nun die Gemeindeverwaltung von Malibu, ob Dylan sich von dem Dixi-Klo trennen muss.

          Denn Malibu, so wissen seine rund 13.000 Einwohner, ist eben nicht irgendein Ort. Wie schon die Autokennzeichen mit dem Slogan „A Way Of Life“ verheißen, steht Malibu vielmehr für ein Lebensgefühl von entspanntem Strandchic, kombiniert mit luxuriösem Understatement. Seit Jahrzehnten gilt der Küstenort mit seinen großzügigen Grundstücken und phantasievollen Villen daher als Refugium für erholungsbedürftige Hollywoodstars. Prominente Malibuites wie die just wieder am Pop-Himmel aufsteigende Britney Spears, ihre brünette Neuauflage Miley Cyrus und „Red Hot Chili Pepper“-Sänger Anthony Kiedis schlurfen hier leger in Flip-Flops durch den Supermarkt oder zum Edel-Japaner Nobu. Auch Zeitgenossen wie Jennifer Aniston, Halle Berry und Courtney Cox können sich in Malibu ziemlich ungestört bewegen - jedenfalls so lange, bis der erste Paparazzo auftaucht.

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