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Pro und Contra : Sollen die Weihnachtsferien wegen Corona früher beginnen?

Contra: Kein andere Idee?

Frohe Weihnachten, liebe Eltern in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung hat Ihnen schon im November eine kleine Überraschung bereitet: Ihre Kinder bekommen zwei Ferientage geschenkt! Ja, einfach so! Und einige andere Bundesländer denken über ein ähnliches Weihnachtspräsent nach.

Jubelrufe sind dennoch keine zu hören. Freuen sich die Eltern denn gar nicht? Womöglich liegt es daran, dass das unerwartete Geschenk mehr Probleme schafft, als dass es einem Freudentränen in die Augen treibt. Wohin zum Beispiel mit den Kindern in diesen beiden Tagen, wenn man noch arbeiten oder Weihnachtseinkäufe erledigen muss, zu denen man vorher nicht kam? Oma und Opa entfallen als Betreuung, und die Babysitterin ist nicht getestet. Je nach Alter der Kinder kann das schwierig werden. Viele haben ihren Jahresurlaub schon aufgebraucht oder benötigen ihn für die Zeit zwischen den Jahren. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter in NRW nannte die Entscheidung der Landesregierung zu Recht eine Hiobsbotschaft.

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Auch wenn es nur zwei Urlaubstage sind, hat man Eltern ohne triftigen Grund in eine Notlage gebracht. Soll damit das Infektionsgeschehen gesenkt werden? Aber wer weiß, was in fünf Wochen überhaupt ist? Es ist richtig, falls das ein Argument ist, dass in neun Bundesländern die Weihnachtsferien auch schon am 21. Dezember beginnen, aber das war für betroffene Eltern bereits lange absehbar und konnte in die Planung des Jahresurlaubs mit eingehen.

Müttern und Vätern stehen ohnehin schwierige Ferien bevor. Ausgeprägte Verwandtenbesuche sind aller Voraussicht nach genauso gestrichen wie die Fahrt in den Urlaub. Der Heiligabend wird im kleinen Kreis verbracht, und vermutlich feiern wir auch Silvester mit angezogener Handbremse. Es wird nicht leicht, die Kinder bei Laune zu halten, wenn man zwei, in manchen Bundesländern drei Wochen aufeinander hängt und selbst das Treffen mit Freunden als Ablenkung reglementiert ist.

Auch das Argument, Kinder und Eltern seien durch die freien Tage vor Weihnachten in einer Art „Vorquarantäne“, greift zu kurz, denn damit wiegt man sich in falscher Sicherheit. Die Zeit ist zu kurz, um eine Infektion auszuschließen, und es bleibt ein Restrisiko, die Großeltern anzustecken. Abgesehen davon, dass es immer noch genug Menschen gibt, die vor Heiligabend arbeiten müssen, allen voran die Pflegekräfte und Ärzte in den Krankenhäusern und die Angestellten im Einzelhandel.

Was soll das also? Einerseits wird die Politik derzeit nicht müde zu versichern, dass die Schulen trotz steigender Infektionszahlen offen bleiben, andererseits schließt man – zumindest in NRW – die Schulen früher.

Wie die meisten Eltern bin auch ich froh, dass Schulen nach den Sommerferien wieder komplett geöffnet wurden. Wir alle haben die bleierne Zeit des ersten Lockdowns nicht vergessen. Was ich nicht verstehe: dass daraus nichts gelernt wurde. Hat man nicht schon im Frühjahr geahnt, dass mit dem Herbst und Winter die Infektionszahlen wieder hochgehen? Hätte man das nicht besser vorbereiten können?

Bisher waren die Schulen keine Hotspots, aber seit die Zahlen so hoch sind und überall steigen, gibt es vor allem in den weiterführenden Schulen zunehmend Infizierte und damit Schüler, die sich gegenseitig und die Lehrer anstecken. Sie tragen zwar Masken und waschen sich die Hände, aber sie können eben nicht die dritte AHA-Regel, den Abstand, einhalten.

Klassen werden vorläufig nicht geteilt, obwohl man mit einem Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzunterricht für weniger Ansteckungen und gleichzeitig für den Fortgang des Unterrichts sorgen könnte. Auch acht Monate nach dem ersten Lockdown können das die meisten Schulen angesichts der schleppenden Digitalisierung nicht leisten. Würde das endlich funktionieren, verlöre das Thema Homeschooling zumindest ein Stück weit seinen Schrecken. Und eine Verlängerung der Ferien wäre kein Thema mehr. Anke Schipp

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