https://www.faz.net/-gum-9he8p

Prinzessin auf der Flucht : Latifa Al Maktoum ist verschwunden

Muhammad bin Rashid Al Maktoum: Herrscher von Dubai und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate Bild: Reuters

Die Tochter des Herrschers von Dubai und Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate flüchtete vor der autoritären Herrschaft ihres Vaters. Bewaffnete Männer hielten sie auf – seitdem wurde sie nicht mehr gesehen.

          „Ich mache dieses Video, weil es das letzte Video sein könnte, das ich mache“, sagt Latifa Bint Muhammad Al Maktoum. Sie ist die Tochter von Muhammad bin Rashid Al Maktoum, des Herrschers von Dubai und Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie war auf der Flucht aus der Enge ihres Heimatlandes, als die Aufnahme im Frühjahr entstand. Dort fühlte sie sich trotz allen Reichtums der Familie und all des Luxus wie eine Gefangene ihres autoritären Vaters.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Als das Video am 11. März dieses Jahres an die Öffentlichkeit gelangte, war der Fluchtversuch der Latifa Bint Muhammad Al Maktoum gescheitert. Etwa eine Woche zuvor hatten vermummte Bewaffnete vor der Küste Indiens das Boot aufgebracht, das sie in die Freiheit bringen sollte. Sie wollte in den Vereinigten Staaten Asyl beantragen. Die Videoaufnahmen sind das Letzte, was die Öffentlichkeit bis heute von ihr gehört hat. Schon einmal, im Alter von 16 Jahren, so erklärt die Herrschertochter selbst, habe sie vergeblich versucht zu entkommen. Sie sei danach drei Jahre eingesperrt, geschlagen und gefoltert worden.

          Eine andere geflohene Schwester wurde mutmaßlich aus Großbritannien verschleppt. Der britische Sender BBC hat den Fall Latifa Bint Muhammad Al Maktoum für eine Dokumentation aufgerollt, die am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. Sie legt nicht nur Details des über Jahre geplanten Fluchtversuchs offen – sie zeigt auch die düstere Seite der Emirate. Dem westlichen Publikum präsentieren sie das freundliche Gesicht eines weltoffenen Landes. Aber dieses hat ausgeprägte autoritäre Züge. „Ich wurde mein ganzes Leben misshandelt und unterdrückt“, schrieb Latifa an Hervé Jaubert, einen schillernden früheren Geheimdienstmitarbeiter und Marineoffizier, der einer ihrer Fluchthelfer war. „Sie sagte, sie würde es bevorzugen, auf dem Boot getötet zu werden, als nach Dubai zurückzukehren“, sagte der tief besorgte Franzose nun der BBC. „Ich weiß nicht einmal, wo sie ist.“

          Weitere Themen

          Weihnachtsmann-Leugner vor Kirche festgenommen

          In Texas : Weihnachtsmann-Leugner vor Kirche festgenommen

          Besuchern eines „Frühstücks mit dem Weihnachtsmann“ in Texas teilte ein Mann immer wieder lautstark mit, dass der Weihnachtsmann nicht echt sei. Dann lehnte er sich auch noch gegen die Polizei auf.

          Letzter Lastwagen rollt von Unglücks-Brücke

          In Genua : Letzter Lastwagen rollt von Unglücks-Brücke

          Ein Video der Feuerwehr zeigt, wie der letzte noch verbliebene Lastwagen im Rückwärtsgang die Überreste der Morandi-Brücke in Genua verlässt. Noch im Dezember sollen die Abrissarbeiten beginnen.

          Topmeldungen

          Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.