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„Attitude“-Cover : Prinz William macht Homosexuellen Mut

Das aktuelle Cover der „Attitude“ Bild: Reuters

Prinz William ziert das aktuelle Cover des Schwulen-Magazins „Attitude“. Nie zuvor war dort ein Mitglied der Königsfamilie zu sehen. Er will damit ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen.

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          Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Mitglied der britischen Königsfamilie bereit erklärt, auf dem Titel einer ganz bestimmten Zeitschrift zu erscheinen. Die bisher letzte war die Königin höchstpersönlich: Elisabeth II. ließ sich anlässlich ihres 90. Geburtstags von der amerikanischen Starfotografin Annie Leibovitz mit zwei ihrer Corgis und zwei ihrer Dorgis für die „Vanity Fair“ fotografieren. Nun stand ihr Enkel und künftiger Thronfolger, Prinz William, dem Londoner Fotografen Leigh Keily Porträt.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Nicht einfach so, sondern weil der Herzog von Cambridge ein Zeichen setzen wollte. Der Dreiunddreißigjährige erschien auch nicht auf irgendeinem Titel, sondern auf dem Cover des Schwulen-Magazins „Attitude“. Dass er zum Coverboy wurde, war zunächst nicht Williams Absicht. Er hatte vielmehr vor ein paar Wochen Vertreter von Organisationen, die sich für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und überhaupt alle, die mit ihrer Sexualität hadern (LGBT+), einsetzen, zu einem Erfahrungsaustausch in den Kensington Palast eingeladen. Er sprach mit ihnen über die alltägliche Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind.

          Daraus wurde ein Interview für „Attitude“, in dem William sich unter anderem mit den Worten zitieren lässt: „Niemand sollte wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt werden. Mobbing ist Missbrauch, der lebenslanges Leid verursachen und lebensbedrohlich sein kann.“ Jeder, der wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werde, solle sich an eine ihm vertraute Person wenden – an einen Freund, den Lehrer, einen anderen Erwachsenen oder auch an eine Organisation wie „The Diana Award“.

          Entscheidung fiel vor Attentat in Orlando

          Wie seine Mutter Lady Diana setzt sich William für benachteiligte junge Menschen ein. Auch er hat, zusammen mit seiner Frau Kate und seinem Bruder Harry, eine gemeinnützige Organisation gegründet – „Heads Together“. Die Prinzessin von Wales hatte sich damals als Schirmherrin des „National Aids Trust“ besonders für Aidskranke eingesetzt.

          Die Entscheidung, sich für die Juli-Ausgabe der „Attitude“ zur Verfügung zu stellen, um ein Zeichen zu setzen, fiel noch bevor in Orlando 49 Menschen in einem LGBT-Club erschossen wurden. Das Heft ging einen Tag vor dem Massenmord in Druck. Auch William und Kate gedachten der Opfer des Terroranschlags und trugen sich in der amerikanischen Botschaft in London ins Kondolenzbuch für die 49 Opfer ein.

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