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Burg gegenüber der Loreley : Prinz von Preußen verliert Prozess um Burg Rheinfels

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Burg Rheinfels, gegenüber der Loreley, befindet sich seit 1924 in Besitz der Stadt St. Goar. Bild: dpa

Die Burgruine sei ein gebundenes Sondervermögen, urteilte das Gericht, kein Privatvermögen. Der Prinz von Preußen habe somit keinen Anspruch auf die Rückgabe der Burg. Er will in Berufung gehen.

          Der Prinz von Preußen hat keinen Anspruch auf eine Rückgabe der Burg Rheinfels. Das entschied das Landgericht Koblenz am Dienstag. Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., hatte den einstigen Familienbesitz zurückgefordert und das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt St. Goar und das an die Ruine angrenzende Vier-Sterne-Hotel verklagt.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Die Ruine hatte sich seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern befunden, sie liegt hoch über St. Goar im Zentrum des Welterbes Oberes Mittelrheintal. Von der einstigen Festungsanlage blickt man hinab auf das Loreley-Tal, das 2002 von der Unesco in die Liste der Welterbe-Stätten aufgenommen wurde. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. 1998 schloss sie mit dem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre – mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung.

          Der Prinz von Preußen argumentierte, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich – der eigentlich untersagt sei. Das Gericht urteilte am Dienstag hingegen, die Burgruine sei „Kronfideikommiss“ gewesen, also ein gebundenes Sondervermögen, das zum „Erhalt der wirtschaftlichen Kraft und des sozialen Ansehens der Familie“ gedient habe. Es sei also kein Privatvermögen der Hohenzollern-Familie gewesen. Dieses Sondervermögen sei 1918 beschlagnahmt und der Verwaltung des preußischen Finanzministeriums unterstellt worden.

          Ein Rücktrittsrecht von einer Übertragung hätte damit allenfalls der preußischen Krongutsverwaltung und nicht Wilhelm II. oder seinen Rechtsnachfolgern zugestanden, argumentierte nun das Gericht. Damit hätte die Ruine nur zurück an den preußischen Staat fallen können – und deren Rechtsnachfolger sei  das Land Rheinland-Pfalz. Ab 1947 seien schließlich die Verwaltungsbefugnisse auf die jeweiligen Länder übertragen worden.

          Schon zu Prozessbeginn hatte das Gericht Zweifel daran geäußert, dass die Klage von Prinz Georg Friedrich von Preußen Erfolg haben könnte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Anwälte des Prinzen von Preußen haben angekündigt, in Berufung zu gehen.

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