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Seit gut drei Jahren ein Paar: Prinz Philippos und Nina Flohr bei einer Hochzeit im Jahr 2019. Bild: DOMINIQUE JACOVIDES / BESTIMAGE

Royale Hochzeit in Athen : Königssohn heiratet Milliardärstochter

Prinz Philippos, der jüngste Sohn des letzten Königs der Hellenen, gibt am Samstag Nina Flohr das kirchliche Jawort in Athen. Noch wird gerätselt, wer zu den Gästen zählt. Fehlen wird Philippos’ ver­unglückte Patentante: Prinzessin Diana.

          3 Min.

          Standesamtlich verbunden sind die beiden schon fast ein Jahr. Corona aber verhinderte bisher, dass Prinz Philippos von Griechenland und seine Frau Nina, geborene Flohr, auch kirchlich und mit ihren Familien und Freunden heiraten konnten. Das holen die beiden am Samstag nach – in Athen, also dort, wo Philippos’ Vater einst auf dem Thron saß.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Prinz Philippos ist der jüngste Sohn des letzten Königs der Hellenen. Konstantin II. saß von 1964 bis 1973 auf dem Thron. Abgedankt hat er nie, doch der Einundachtzigjährige, der lange aus seiner Heimat verbannt war, inzwischen aber seit einigen Jahren wieder in Griechenland leben darf, glaubt selbst nicht mehr daran, dass er, oder nach ihm sein ältester Sohn Paul, noch einmal den Thron besteigen wird. Der einstige Kronprinz Paul, 1967 geboren, ist wesentlich älter als der 1986 geborene Philippos, der neben seinem Bruder noch drei weitere Geschwister hat.

          Anders als ihr Vater, der die jüngere Schwester von Königin Margrethe II., Anne-Marie von Dänemark, heiratete, hat sich Philippos für eine Bürgerliche entschieden. Seine Frau ist die Tochter des Schweizer Milliardärs Thomas Flohr, der in jungen Jahren Autorennfahrer war, inzwischen aber Geschäftsmann ist und unter anderem Gründer der Privatflug­gesellschaft VistaJet. Sein Vermögen schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes vor drei Jahren auf etwa 2,4 Milliarden Schweizer Franken.

          Bei einem Konzert in Athen: Anne-Marie (links), Königin von Griechenland; Konstantin, König von Griechenland und seine Schwester Sofia, Königin von Spanien
          Bei einem Konzert in Athen: Anne-Marie (links), Königin von Griechenland; Konstantin, König von Griechenland und seine Schwester Sofia, Königin von Spanien : Bild: dpa

          Nina Flohrs Mutter Katharina, die sich früh von ihrem Mann trennte, arbeitete zunächst als Journalistin, unter anderem für die russische Vogue, und ist heute Kreativdirektorin von Fabergé. Tochter Nina, die nach der Trennung ihrer Eltern beim Vater aufwuchs, ist in dessen Unternehmen eingestiegen und arbeitet als Kreativdirektorin für VistaJet. Darüber hinaus hat die Vierunddreißigjährige auch eigene Projekte verwirklicht, etwa das Luxusressort Kisawa Sanctuary, das auf der Insel Ben­guerra liegt, 14 Kilometer vor der Küste Mo­sambiks. Eine Nacht in einem Bungalow dort kostet mindestens 5000 Euro.

          Geschickte Heiratspolitik

          Prinz Philippos, der mit seiner Frau in Cambridge lebt, ist natürlich auch ein Nachkomme der britischen Königin Victoria, der „Großmutter Europas“, und ebenfalls des sogenannten „Schwieger­vaters Europas“, Christian IX. Er war im ausgehenden 19. Jahrhundert König von Dä­nemark. Auf diese beiden gehen fast alle Familien der noch oder einstmals re­gie­renden Herrscherhäuser zurück, daher rüh­ren ihre Beinamen. ­Christian IX. ist nicht nur der Ururgroßvater der heutigen dänischen Königin Mar­grethe II. und des norwegischen Königs Harald V. Durch seine geschickte Heiratspolitik erlangte das kleine Dänemark vor 150 Jahren auch geradezu Weltgeltung: Eine Tochter heiratete den britischen Thronfolger, eine den künftigen russischen Zaren, eine den Kronprinzen des Königreichs Hannover, und sein Sohn Georg übernahm den griechischen Thron, als Nachfolger des Wittelsbachers Otto, des ersten Königs der Hellenen. Er war 1862 gestürzt und nach Bayern zurückgejagt worden. Ihm folgte 1863 Georg I. aus dem dänisch-deutschen Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

          Der Vater: König Konstantin von Griechenland (rechts) 2020 beim Trauergottesdienst für Moritz Landgraf von Hessen mit seiner Schwester, Königin Sofia von Spanien, und König Siméon von Bulgarien
          Der Vater: König Konstantin von Griechenland (rechts) 2020 beim Trauergottesdienst für Moritz Landgraf von Hessen mit seiner Schwester, Königin Sofia von Spanien, und König Siméon von Bulgarien : Bild: F.A.Z.

          Sein Urenkel Konstantin II. musste ein Jahrhundert später mit gerade einmal 23 Jahren den Thron besteigen. Allgemein gilt seine Unerfahrenheit auch als einer der Gründe, warum die vergleichsweise junge Monarchie sich in Griechenland nicht halten konnte. 1967 putschte das Militär, und Kon­stantin ging ins Exil. 1973 wurde die Monarchie in Griechenland abgeschafft. Danach durfte der einstige König für mehrere Jahrzehnte nur einmal noch ins Land reisen, 1981 zum Begräbnis seiner Mutter, Friederike von Hannover. Jahrelang stritt Kon­stantin, der zwischenzeitlich nur noch ei­nen dänischen Pass hatte, um sein Erbe und die Besitztümer der Familie in ­Griechenland. Er zog sogar vor den Eu­ropäischen Gerichtshof für Menschenrechte. 2004 stattete er Athen während der Olympischen Spiele erstmals wieder einen offiziellen Besuch ab und wurde vom damaligen Staatspräsidenten Konstantinos Stephanopoulos empfangen, in dessen Residenz, die einst Kon­stantins Palast war.

          Spekulationen über die Gästeliste laufen

          Seit 2013 lebt das frühere Königspaar wieder dauerhaft in Griechenland. Der jüngste Sohn wird nun in derselben Kirche heiraten, in der sich seine Eltern vor 57 Jahren das Jawort gaben, in der Ka­the­drale Mariä Verkündigung, dem Sitz des orthodoxen Erzbischofs von Athen, zwischen Akropolis und Syntagma-Platz gelegen. Noch wird darüber spekuliert, wer alles teilnehmen wird. Sicher ist nur, dass Philippos’ Tante, die Schwester seines Vaters, mit seiner Cousine kommt: Königin Sofía von Spanien und Infantin Elena.

          Auch Mitglieder des dänischen Kö­nigshauses werden erwartet. Und Verwandte der britischen ­Royals werden si­cherlich ebenfalls nicht fehlen: Schließlich wurde Philippos nach seinem Patenonkel benannt, nach Philip, dem Herzog von Edinburgh, der genauso wie er ein Prinz von Griechenland und Dänemark war. Sein zweiter Patenonkel wird hingegen sicher nicht anreisen: König Juan Carlos I. geht ­seiner Frau Sofía schon länger aus dem Weg. Fehlen wird auch Philippos’ vor 24 Jahren bei einem Autounfall ver­unglückte Patentante: Prinzessin Diana.

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