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Ihr Kind wird in der Thronfolge an siebter Stelle stehen: Prinz Harry und Herzogin Meghan im Babyfieber. Bild: AP

Pflichten einer Herzogin : Und schon ist sie schwanger

Eine wichtige Aufgabe in Königshäusern: die Erbfolge sichern. Damit haben nun auch Herzogin Meghan und Prinz Harry begonnen. Auch für die späte Bekanntgabe der Schwangerschaft gibt es einen Grund.

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          Diana erfüllte ihre dynastische Pflicht innerhalb von nicht einmal elf Monaten. Die Hochzeit zwischen ihr und dem britischen Thronfolger Charles fand am 29. Juli 1981 statt. Am 21. Juni 1982 kam ihr Sohn William zur Welt, gefolgt von Prinz Harry, der gut zwei Jahre später geboren wurde, am 15.September 1984. Das war es dann auch mit ihrer Familienplanung. Die Ehe steckte aber damals, wie man inzwischen weiß, ohnehin schon in einer schweren Krise.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Auch die Königin höchstselbst brachte, noch als „heiress presumptive“, ihren Erstgeborenen weniger als zwölf Monate nach ihrer Hochzeit zur Welt: Elisabeth und Philip Mountbatten hatten am 20.November 1947 geheiratet, knapp ein Jahr später, am 14.November 1948, gebar die Thronfolgerin den künftigen Thronfolger, Prinz Charles. Prinzessin Anne folgte am 15. August 1950. Knapp 18 Monate später bestieg Elisabeth den Thron. Die junge Königin ließ sich danach viel Zeit mit ihren beiden weiteren Söhnen: Andrew kam erst 1960, Edward 1964 zur Welt.

          Von jeher galt es in Königshäusern, die Erbfolge zu sichern. In Zeiten, in denen nicht einmal jedes zweite Kind das Erwachsenenalter erreichte, bekamen hochadelige und fürstliche Familien darum besonders viele Kinder: Die österreichische Kaiserin Maria Theresia etwa brachte innerhalb von 19 Jahren neben ihren täglichen Regierungsgeschäften 16 Kinder zur Welt, sechs von ihnen starben vor dem 18. Lebensjahr. Königin Victoria, die Ururgroßmutter von Elisabeth II. und ihrem Mann, Prinz Philip, gebar immerhin neun Kinder, die ersten fünf in nur fünfeinhalb Jahren. Dabei hasste sie das Kinderkriegen und empfand jede Schwangerschaft und Geburt als Zumutung.

          Der Druck auf königliche Familien, Kinder in die Welt zu setzen, ist bis heute groß. Meghan Markle wusste also, was auf sie zukommen würde. Und tatsächlich, sie hatte kaum das Brautkleid ausgezogen, da wurde schon öffentlich die Frage gestellt: Wann wird die freudige Nachricht endlich verkündet?

          Am Montag – also fünf Monate nach der Hochzeit am 19. Mai – war es soweit. Der Kensington-Palast teilte mit, Ihre Königlichen Hoheiten, der Herzog und die Herzogin von Sussex, seien sehr glücklich, bekanntgeben zu können, dass die Herzogin von Sussex ein Kind erwarte, und zwar schon im Frühjahr 2019 – sie wird also schneller nach ihrer Hochzeit Mutter, als es einst Elisabeth und Diana wurden.

          Das Kind der Siebenunddreißigjährigen wird auf Platz sieben in der Thronfolge stehen, nach Charles und William und den drei Kindern von William, Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis, sowie nach Harry selbst, der zur Zeit an sechster Stelle steht. Um einen Platz nach hinten rutschen dadurch Prinz Andrew und seine beiden Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, die am Samstag in Windsor geheiratet hatte. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum die offenbar schon etwas weiter fortgeschrittene Schwangerschaft erst heute bekanntgegeben wurde: Man wollte Eugenie nicht die Schau stehlen.

          Catherine, die Herzogin von Cambridge, hat inzwischen zwar schon drei Kinder zur Welt gebracht und damit ihre dynastische Pflicht mehr als erfüllt. Allerdings ließen sich Kate und William auch besonders viel Zeit: Sie heirateten am 29.April 2011, und am 22. Juli 2013 kam ihr Erstgeborener, Prinz George, zur Welt.

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