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Missbrauchskandal : Prinz Andrew bedauert frühere Verbindungen zu Epstein

  • Aktualisiert am

Prinz Andrew erklärte sich auch bereit, an eine von Guiffre gegründete Hilfsorganisation für Opfer sexueller Gewalt zu spenden. Bild: dpa

Prinz Andrew einigt sich mit der Klägerin Virginia Giuffre außergerichtlich. Was steht in dem Gerichtsdokument – und was nicht?

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          Der wegen Missbrauchsvorwürfen mit einer Zivilklage konfrontierte britische Prinz Andrew hat sich mit der amerika­nischen Klägerin Virginia Giuffre im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt. „Virginia Giuffre und Prinz Andrew haben eine außergerichtliche Einigung erzielt“, hieß es in einem Gerichtsdokument vom Dienstag, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Laut Angaben der Agentur AFP hat Giuffres Anwalt David Boies die „Grundsatzvereinbarung“ am Dienstag in einem Schreiben an das zu­ständige New Yorker Bundesgericht bekannt gegeben.

          In dem Dokument gibt Prinz Andrew demnach kein Fehlverhalten gegenüber Virginia Giuffre zu. Er „bedauere“ aber seine früheren Verbindungen zum 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. „Es ist bekannt, dass Jeffrey Epstein im ­Verlauf vieler Jahre Sexhandel mit zahllosen jungen Mädchen betrieben hat“, heißt es in dem Dokument. Prinz Andrew teilt demnach auch mit, dass Giuffre als „Missbrauchsopfer und infolge unfairer öffentlicher Attacken gelitten“ habe.

          Andrew will Giuffres Wohltätigkeitsorganisation unterstützen

          Die 38 Jahre alte Giuffre wirft dem zweitältesten Sohn von Königin Elisabeth II. vor, sie vor rund 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Sie sei vom Geschäftsmann Jeffrey Epstein und dessen ehemaliger Partnerin Ghis­laine Maxwell dazu gezwungen worden. Andrew weist die Vorwürfe strikt zurück. Der Betrag, den Prinz Andrew an die Klägerin bezahlen wird, wurde nicht bekannt gegeben. Giuffres Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung von Opfern von Gewalt werde Andrew dabei auch unterstützen.

          In einem Brief an den New Yorker Richter Lewis Kaplan kündigten beide Konfliktparteien am Dienstag den Antrag auf eine Einstellung des Prozesses an. Experten waren sich zuvor nicht einig gewesen, ob der Prinz sich auf einen Deal einlassen würde, weil es nach außen wie ein Schuld­ein­geständnis wirken könnte. Vor Kurzem hieß es noch, Prinz Andrew stelle sich dem Prozess und solle am 10. März an einem „neutralen Ort“ in London unter Eid vor Giuffres Anwälten ­aussagen. Auch Giuffre sollte unter Eid aussagen.

          Groß war allerdings in Kreisen der Royals die Sorge, der Skandal könne die Feierlichkeiten zum siebzigjährigen Thronjubiläum der Königin überschatten. Ein Prozess in New York hätte voraussichtlich im Herbst statt­gefunden und große mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Palast hat dem Sohn der Königin bereits alle militärischen Dienstgrade und Schirmherrschaften entzogen.

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