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In Kenia : Priester wird nach Kirchen-Rap für ein Jahr suspendiert

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„Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir Dinge tun“, sagt Paul Ogalo. Bild: Screenshot / Youtube / KTN News Kenya

Mit Rap-Musik wollte ein katholischer Priester in Kenia Jugendliche in die Kirche holen und Botschaften gegen Drogen und für soziale Gerechtigkeit verbreiten. Darüber soll er jetzt ein Jahr lang nachdenken.

          Ein katholischer Priester in Kenia ist nach einer Rap-Einlage in der Kirche für ein Jahr wegen Fehlverhaltens vom Amt suspendiert worden. Paul Ogalo (45), Pfarrer in Rapogi (Migori County), wollte mit der Rap-Musik Jugendliche in die Kirche holen und Botschaften gegen Drogen und für soziale Gerechtigkeit verbreiten, wie die Zeitung „Daily Post“ (Montag) berichtete. Dazu habe der Geistliche sein Priestergewand gegen ein weißes Shirt, schwarze Shorts und ein rotes Bandana-Kopftuch eingetauscht. Dann rappte er für die Gemeinde, die zu der Musik tanzte.

          „Wir müssen auf die Interessen der Jugend in unseren Kirchen achten“, so der Geistliche in afrikanischen Medien. „Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir Dinge tun.“ Jugendleiterin Violet Menya erklärte, viele junge Leute kämen zur Kirche wegen der Rap-Musik und Ogalos Predigtstil. Gemeindemitglied Benard Oketch (28) kündigte an, er werde wegen der Suspendierung des Priesters nicht mehr zur Kirche kommen. „Pfarrer Paul war unser Mentor. Er benutzt eine Sprache, die Jugendliche verstehen“, sagte Oketch. Der Geistliche habe „Tausende junge Leute vom Drogenmissbrauch errettet“.

          Dagegen wiesen die Verantwortlichen der Diözese Homa Bay Ogalos Praktiken zurück, weil diese gegen die Lehre der Kirche verstießen. Der Offizial des interdiözesanan Gerichts von Kisumu, Pfarrer Charles Kochiel, erklärte, Pfarrer Ogalo werde für ein Jahr suspendiert, um seine Vorgehensweise nochmals zu überdenken.

          Man könne sein Tun von einem sozialen Standpunkt sehen, mehr Menschen in die Kirche zu ziehen und sie zu unterhalten. Genauso sei dies aber unter dem Aspekt der Frömmigkeit zu betrachten. „Werden dadurch spirituelle Werte verbreitet oder eine falsche Botschaft?“, gab Kochiel zu bedenken.

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