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Katholische Kirche : Pfarrer bittet Papst um Befreiung vom Zölibat

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Will Priester bleiben, aber ohne Zölibat: Stefan Hartmann in der alten Kirche St. Bartholomäus in Oberhaid bei Bamberg Bild: dpa

Ein katholischer Pfarrer aus Oberfranken hat Papst Franziskus in einem offenen Brief darum gebeten, ihn von der Pflicht zum Zölibat zu befreien. In einer Fernsehsendung hatte er sich öffentlich zu seiner Tochter bekannt.

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          Der katholische Pfarrer im oberfränkischen Oberhaid, Stefan Hartmann, möchte von der Pflicht zum Zölibat befreit werden. In einem am Donnerstagabend auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Brief an Papst Franziskus schreibt der 59 Jahre alte Priester des Erzbistums Bamberg, dies tue er „im Bewusstsein meiner Schwäche, meiner Fehler und in aller geschuldeten Demut, aber nach längerer Prüfung meines Gewissens und meiner persönlichen Situation“. Das nach zweieinhalb Jahren Priesterseminar 1981 gegebene Versprechen zur Ehelosigkeit sei voreilig gewesen und entspreche nicht der „Konstitution meiner Person“.

          Hartmann hob in dem Schreiben zugleich hervor, dass er zu der übrigen Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst stehe. Einen „Laisierungsantrag“, wie ihn der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vorgeschlagen habe, wolle er ausdrücklich nicht stellen, sondern im aktiven Dienst bleiben. „Ich fühle mich weiter berufen, katholischer Priester, Seelsorger und Theologe sein zu dürfen.“

          Ein Akt der Barmherzigkeit

          Er verfolge auch aktuell keine Eheabsichten. Trotzdem sei seine Bitte drängend. „Es wäre ein großer Akt der Barmherzigkeit und Güte (nicht nur für mich), wenn Sie mein Gesuch annehmen und mir so überhaupt ermöglichen, eine eheliche Partnerschaft einzugehen“, schreibt Hartmann. Papst Franziskus mache ihm Hoffnung, dass das Kirchenoberhaupt „mit den Bischöfen der Weltkirche einen neuen Weg eröffnen könnte“.

          Der Pfarrer verweist in dem Schreiben auf seine eigene Lebensgeschichte. 1989 sei er Vater einer Tochter geworden. Zu ihr hatte sich Hartmann im Januar dieses Jahres öffentlich in der SWR-Sendung Nachtcafé bekannt. Zur Mutter sei keine weitere Beziehung möglich gewesen. „Ich versuchte, noch einmal entschieden den zölibatären Weg zu gehen, sehe aber seit dem Jahr 2007 zunehmend ein, dass ich dazu wohl nicht in der Lage bin.“ Ihm sei auch bekannt, dass viele Mitbrüder aus denselben Gründen aus dem Priesteramt „oft schmerzlich ausscheiden mussten“.

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