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Polizistin klagt über Aggression : Mehr Respekt!

Sie will einfach nur, sagt Tania Kambouri, dass sich etwas ändert. Dafür nimmt sie es in Kauf, nun bekannter zu werden, als es für Streifenpolizisten üblich ist. Bild: Edgar Schoepal

Eine griechischstämmige Streifenpolizistin aus Bochum schreibt einen Brandbrief über aggressive Einwanderer - und bekam dafür viel Zuspruch von Kollegen. Daraus hat Tania Kambouri nun ein Buch gemacht - eine Symbolfigur aber mag sie deshalb nicht sein.

          Eigentlich wollte Tania Kambouri das gar nicht machen, was sie jetzt tut: Sie lässt sich interviewen. Lange hat die Streifenpolizistin aus Bochum mit den Medien gehadert. Aber nun ist die junge Frau mit griechischen Wurzeln als Autorin auf werbewirksame Publizität angewiesen. Anfang Oktober liegt ihr Buch „Deutschland im Blaulicht - Notruf einer Polizistin“ in den Läden. Darin berichtet sie ebenso schonungslos über ihren Berufsalltag wie sie mit den „sozialromantischen Anhängern eines unkritischen Multikulti“ abrechnet. Also sitzt sie an einem strahlenden Sonntag auf der Terrasse eines Bochumer Cafés und gibt ihr erstes Interview. Sie hat sich angezogen wie zu einem Abendtermin: Über ihrer Bluse aus fließender Seide trägt sie eine blaue Jacke. Ihr dichtes schwarzes Haar hat sie zusammengebunden. Kambouri könnte auch eine Schauspielerin sein. „Dabei will ich doch gar nicht bekannt werden.“

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Eine Unbekannte ist Kambouri allerdings längst nicht mehr. Mit einem Leserbrief in der Gewerkschafts-Zeitschrift „Deutsche Polizei“ über aggressive straffällige Einwanderer war sie im Herbst 2013 zum Star vieler Kollegen geworden. „Wie sieht die Zukunft in Deutschland aus, wenn straffällige Migranten sich (weiterhin) weigern, die Regeln in ihrem Gast- beziehungsweise Heimatland zu akzeptieren?“, fragte Kambouri. Sie und ihre Kollegen würden täglich mit straffälligen Migranten konfrontiert, darunter größtenteils Muslime, die nicht den geringsten Respekt vor der Polizei hätten.

          Angst vor Nazi-Keule bei deutschen Polizisten

          Schon im Kindesalter fange die Respektlosigkeit an. Ihre deutschen Freunde und Kollegen äußerten oft, dass sie sich in ihrem eigenen Land nicht mehr wohlfühlten. Das könne sie bestätigen, da sie sich als Migrantin aufgrund der Überzahl ausländischer Straftäter in vielen Stadtteilen auch nicht mehr wohlfühle, schrieb die Polizistin. „Meine deutschen Kollegen scheuen sich, ihre Meinung über die straffälligen Ausländer zu äußern, da sofort die alte Leier mit den Nazis anfängt.“ Es könne nicht sein, dass Polizeibeamte keine Rechte mehr hätten und fürchten müssten, bei jeder rechtmäßigen Maßnahme gegen straffällige Migranten sanktioniert zu werden. Dass Menschen, die das Grundgesetz nicht achten und eine Parallelgesellschaft bildeten, tun und lassen könnten, was sie wollten: „Wo sind wir mittlerweile gelandet? Ist es schon so weit gekommen, dass die deutsche Polizei beziehungsweise der Staat sich (negativ) anpassen muss und wir unsere demokratischen Vorstellungen in gewissen Lebens-/Einsatzsituationen einschränken und aufgeben müssen?“ Der Entwicklung könne man nur mit ernsthaften Sanktionen wie Geldstrafen, Kürzung oder Streichung sämtlicher Hilfen durch den Staat oder Gefängnis Einhalt gebieten. Eine „sanfte Linie“ bringe nichts.

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