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Bilanz zum Oktoberfest : So „ruhig und gemütlich“ war die Wiesn

Vom Riesenrad aus sind viele Oktoberfestgäste zu sehen, die über die Wiesn gehen. Insgesamt waren es dieses Jahr wieder etwa 6,3 Millionen Besucher. Bild: dpa

Das Oktoberfest in München ist vorüber, nun zieht die Polizei Bilanz: Unter den mehr als sechs Millionen Gästen gab es mehr Schlägereien, dafür weniger Taschendiebstähle. Die Zahl der Sexualdelikte blieb nahezu gleich.

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          „Ruhig und gemütlich“ ist das Oktoberfest, das am Sonntag zu Ende gegangen ist, aus Sicht der Münchner Polizei verlaufen. Diesen Eindruck bestätigte der Festleiter Clemens Baumgärtner, der am Sonntag von einem „gutgelaunten Publikum“ sprach, das in diesem Jahr 7,3 Millionen Maß getrunken und 124 Ochsen gegessen hat.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Als positiven Trend verbuchte die Polizei den deutlichen Rückgang der Taschendiebstähle – bei etwa gleichbleibender Besucherzahl von 6,3 Millionen Gästen. Waren es im Jahr 2018 174 Taten, so wurden dieses Jahr 133 Delikte erfasst. Die Erfolge führt die Polizei auf zivil agierende Fahnder und eine verstärkte Videoüberwachung zurück. Als hilfreich erwies sich nach den Angaben auch wieder die Zusammenarbeit mit Taschendiebfahndern aus anderen deutschen Großstädten sowie aus dem Ausland. So konnten am Samstag Fahnder aus Budapest zwei Männer beobachten, die einem alkoholisierten Franzosen, der auf einer Parkbank schlief, die Lederjacke entwendeten. Die beiden Diebe durchsuchten die Jacke, nahmen sich eine Packung Zigaretten und warfen die Jacke dann in den Mülleimer. Zuvor hatte einer der Diebe die Lederjacke mehrfach anprobiert, sie passte ihm aber nicht. Die beiden Männer wurden festgenommen.

          Weniger Straftaten trotz mehr Polizeieinsätzen

          Insgesamt bewegt sich die Gesamtzahl der Straftaten, die bis Sonntagmorgen registriert wurden, mit 914 etwa auf dem Niveau von 2018, als 924 Taten registriert wurden. 469 Personen wurden festgenommen, 60 mehr als im Jahr zuvor. Allein 237 Festnahmen gab es im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Leicht zugenommen haben jedoch die gefährlichen Körperverletzungen, unter die auch 32 Schlägereien mit einem Maßkrug fallen: 78 dieser Delikte waren es in diesem Jahr, 70 im Jahr 2018, darunter 27 Auseinandersetzungen mit einem Bierkrug. Insgesamt hat die Zahl der Körperverletzungen leicht zugenommen, von 256 auf 263 Delikte. Nach wie vor auf hohem Niveau liegen nach den Angaben Gewalthandlungen gegen Polizeibeamte. Zehn Beamte wurden verletzt, 22 Taten mit dem Hintergrund „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ erfasst.

          Die Zahl der registrierten Sexualdelikte (45) war ähnlich hoch wie im Vorjahr. Meist waren es Fälle, die das „sexuell motivierte Berühren von vorwiegend weiblichen Wiesn-Besuchern“ betrafen. Die Polizei hob abermals die Videoüberwachung durch 49 Kameras hervor, die neben den Streifengängen dazu beigetragen habe, sich abzeichnende Sexualdelikte rechtzeitig zu erkennen. Obwohl die Zahl der Gesamtstraftaten leicht zurückgegangen ist, haben sich die Einsatzzahlen der Polizei erhöht. Diesmal wurden 1915 Einsätze verzeichnet, 2018 waren es 1786. Das sei aber nicht automatisch mit gesteigerter Aggressivität gleichzusetzen: Vielmehr zeige es die Bereitschaft, in Konfliktsituationen früh die Polizei zu verständigen.

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